Text-Bild-Ansicht Band 151

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Bei Holzgas (gleichfalls aus einem 2 Lochbrenner unter 4–6''' Druck gebrannt) wurden gebraucht:

für die Lichtstärke einer Stearinkerze (6 aufs Pfd.), deren Flammenhöhe 22''' engl. betrug:

1 = 0,5 Kubikf. engl. per Stunde
2 = 1,15 „ „
3 = 1,3 „ „
5 = 1,8 „ „
10 = 2,7 „ „
14 = 3,6 „ „
18 = 4,1 „ „
24 = 4,5 „ „

Aus diesen Versuchen ist ersichtlich, daß das Holzgas einen kleinen Vorsprung vor dem Torfgase hat.

Ueber die Menge der zu erhaltenden Torfkohle und über ihre Güte läßt sich kein bestimmtes Resultat anführen; der Aschegehalt des ursprünglichen Materials influirt zu bedeutend darauf. Diese Kohle leistet aber zum Schmieden, Schweißen etc. die vortrefflichsten Dienste; doch gibt sie einigen Schwand. Auch fand ich, daß der comprimirte Torf (dessen Masse vor dem Pressen gemahlen wird) eine Kohle gab, welche weniger Zusammenhang und Festigkeit zeigte, als die von gewöhnlichem nicht comprimirtem Torfe.

Was die Menge des Theers betrifft, so ist dieselbe bei Torf etwas großer als bei Holz; sie beträgt 4–5 Proc. Dieser Theer ist aber sehr zähe, ohne gerade sehr dickflüssig zu seyn; er enthält, wie der Holztheer, Kreosot und Paraffin.

Das erhaltene ammoniakalische Wasser betrug dem Gewichte nach 15–20 Proc. Es enthält meistens kohlensaures Ammoniak, nebst essigsaurem Ammoniak und nur wenig Schwefelammonium. Der Gehalt an Ammoniak ist etwas geringer als bei Steinkohlen.

Aus vorstehenden Daten ergibt sich, daß das Torfgas von vorzüglicher Güte hergestellt werden kann, daß dasselbe bezüglich der Fabrication den Vorzug mit dem Holzgase theilt, daß es sich in den Retorten verhältnißmäßig sehr schnell entwickelt, und daß es bezüglich der Anwendung in sanitätischer Beziehung durch seinen geringen Kohlenoxydgehalt selbst einigen Vorzug vor dem Holzgase hat.