Text-Bild-Ansicht Band 151

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greift direct an die Expansionsschieberstange, auf welcher sich zum Verstellen der Expansion resp. zum in Ruhe setzen der Maschine das conische Rädchen S befindet. Der hierher gehörige Mechanismus ist derselbe, wie wir ihn bei Anwendung der Meyer'schen Steuerung auf stationäre Maschinen in wechselnder Bewegungsrichtung im vorhergehenden Hefte dieses Journals speciell gezeichnet und erörtert haben, weßhalb wir ihn als bekannt voraussetzen.

Die Wirkung der Stange E, D ist eine doppelte. Einmal nämlich soll sie das Heben oder Lenken des Gleitstückes ermöglichen, dann aber auch soll sie eine möglichst horizontale Bewegung desselben veranlassen, weßhalb der von ihrem oscillirenden Ende beschriebene Bogen flach, sie selbst somit, diesem entsprechend, lang seyn muß. Der Punkt B, in welchem die Stange des Vertheilungsexcenters mit der Coulisse verbunden ist, ist so gewählt, daß wenn die Coulisse in verticaler Richtung steht, eine von dem Mittelpunkt O der Radwelle auf die Linie MB gefällte Normale die Höhe des von B beschriebenen Bogens halbirt.

Theorie der Steuerung.

Für die jetzt aufzusuchende Relation zwischen beliebigen Drehungswinkeln der Kurbel und der ihnen jedesmal entsprechenden Entfernung des Schiebers von seiner mittleren Stellung, gehen wir davon aus, daß, wenn der Schieber und das Excenter in ihrer mittleren Stellung angekommen sind, die Coulisse vertical steht; denn nur für diesen Fall bleibt, wie man aus den folgenden Entwickelungen leicht ableiten kann, der Schwingungsmittelpunkt des Schiebers beim Vor- und Rückwärtsgange der Maschine unverrückt an seiner Stelle. Denken wir nun beim Vorwärtsgange der Maschine, ohne auf die Stellung der Kurbel Rücksicht zu nehmen, das Excenter des Vertheilungsschiebers in seiner mittleren Stellung Od₀ (Fig. 3) angekommen, so sind wir zunächst im Stande die Entfernung OX vom Schwingungsmittelpunkte des Schiebers bis zum Mittelpunkte der Radwelle festzustellen.

Der Steuerungsmechanismus nimmt alsdann die in Fig. 3 oberhalb der Horizontalen OX mit punktirten Linien angegebene Stellung ein und es ist:

Textabbildung Bd. 151, S. 323

Führen wir in diese Formel die in der Figur für die einzelnen Werthe eingeschriebenen Bezeichnungen ein, so entsteht: