Text-Bild-Ansicht Band 151

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so daß sich folgende Resultate für die Dampfvertheilung ergeben. Im todten Punkte links hat der Hauptschieber den Dampfdurchlaßcanal im Cylinder um die Größe des äußeren Voreilens geöffnet, während der Dampfaustritt rechts verschlossen ist. Bei der Kurbelstellung ORv, bei welcher der Vertheilungsschieber einen Weg gleich dem äußeren Voreilen resp. der inneren Ueberdeckung zurückgelegt hat, ist die Eröffnung des Dampfeintrittscanales gleich 2v, während die des Dampfaustrittes gleich Null ist; bei dieser Kurbelstellung beginnt somit der Dampfaustritt rechts und wir erhalten eine Compression des verbrauchten Dampfes, während die Kurbel den Bogen RRv durchläuft. Der Hub, welchen der Kolben während dieses Drehungsbogens der Kurbel macht, ist so unbeträchtlich, daß wir ihn gleich Null setzen können. Nachdem nun bei irgend einer Kolbenstellung Expansion eingetreten ist, öffnet sich bei der Kurbelrichtung ORv⁷ der Dampfeintritt rechts, während gleichzeitig bei derselben Kurbelstellung der Dampfaustritt auf derselben Seite geschlossen wird, wodurch jede Compression des verbrauchten Dampfes vermieden ist.

Obgleich der Arbeitsverlust, welcher bei den gewöhnlichen Locomotivsteuerungen auf der einen Seite durch Compression entsteht, durch die Arbeit, welche dieser comprimirte Dampf nach erfolgtem Hubwechsel wieder producirt, zum Theil aufgehoben wird, so kann doch dieser letzte Arbeitsgewinn den obigen Arbeitsverlust nie ganz aufwiegen, weßhalb es als ein Vortheil dieser Steuerung angesehen werden dürfte, daß durch sie die Compression des verbrauchten Dampfes umgangen wird.

Sind die Expansionsschieberplatten ganz zusammengezogen, so tritt unserer Construction gemäß die Expansion bei 0,8 des Hubes ein. Man findet nun die Größen, um welche dieselben aus einander geschoben werden müssen, um die übrigen Expansionsgrade zu erreichen, direct aus den Differenzen der betreffenden relativen Schieberentfernungen, welche der besseren Uebersichtlichkeit wegen sämmtlich auf der Horizontalen RvX zusammengetragen worden sind.

Es muß hiernach jede Expansionsschieberplatte zur Erreichung:

der Expansion nach des Hubes um EE₀ = 0m,103,
„ „ „ 1/6 „ „ „ EE₁ = 0m,070,
„ „ „ 2/6 „ „ „ EE₂ = 0m,046,
„ „ „ 3/6 „ „ „ EE₃ = 0m,0285,
„ „ „ 4/6 „ „ „ EE₄ = 0m,011,
„ „ „ 0,8 „ „ „ EE = 0m,000

nach Außen verschoben werden.

Das Diagramm für den Rückwärtsgang gibt, wie Fig. 6 zeigt, ganz dieselbe Expansionsscala wie für den Vorwärtsgang, so daß die Ausführung nur eine Scala erfordert.