Text-Bild-Ansicht Band 151

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man über dreißig besondere Zeichen. Man bemerkt an dem Uebersetzer außen neun Tasten, wovon acht in zwei parallelen Reihen, vier in jeder Reihe, angeordnet sind; die neunte Taste ist abgesondert angebracht. Der Haupttheil des Mechanismus ist ein Rad, auf dessen Umfange in gleichen Abständen 30 Lettern angebracht sind, welche die Buchstaben und andere Zeichen des Alphabetes darstellen. Ein zweiter Mechanismus ist so mit dem ersten verbunden, daß wenn man die Tasten der oberen Reihe niederdrückt, das Rad um 1, 2, 4 oder 8 Buchstaben weiterrückt, dagegen um 2, 4, 8 oder 16 Buchstaben, wenn man die Tasten der unteren Reihe niederdrückt. Drückt man nun die Tasten nach einander in der Ordnung, in welcher die Punkte auf das Papier gedruckt sind, nieder, d.h. die erste Taste für 1 Punkt, die erste und die zweite für 2 Punkte u.s.w., und wählt man die Tasten der oberen oder unteren Reihe, je nachdem sich der Punkt auf der oberen oder unteren Punktenreihe des Papierbandes befindet, so wird in Folge obiger Anordnung das Letternrad in die geeignete Lage gebracht, um den Buchstaben zu zeigen, welcher der Reihenfolge oder den auf dem Bande aufgetragenen Gruppirungen von Punkten entspricht. Die neunte Taste preßt, wenn sie niedergedrückt wird, die Lettern auf das Band, schiebt das letztere vorwärts, so daß es dem Letternrad eine frische oder freie Stelle darbietet, und führt das Letternrad in seine erste Lage zurück.

Ich schließe mit einigen Bemerkungen über die Vortheile, welche das neue System gewährt. So groß auch die praktische Geschicklichkeit seyn mag, die ein Telegraphist sich aneignet, so bleiben seine Resultate doch gegen eine automatische Procedur, welche nur durch die Geschwindigkeit, die man den Bewegungen des Zeichengebers ertheilen kann, beschränkt ist, weit zurück. Vermöge der Construction meines Apparates kann man auf mittlere Entfernungen hin fünfmal so viel Signale entsenden, als mit den gegenwärtigen Apparaten; für sehr bedeutende Entfernungen und für Leitungsdrähte, welche inducirenden Einflüssen ausgesetzt sind, erleidet die Geschwindigkeit nothwendig eine Beschränkung durch das Bestreben, welches sehr kurze oder sehr rasch auf einander folgende Ströme haben, in einander überzugehen.

Abgesehen von dem Vortheile hinsichtlich der Geschwindigkeit des Druckes oder der Transmission der Depeschen, besitzt das automatische Verfahren noch anderweitige unläugbare Vortheile. Wenn der Betrieb einer telegraphischen Linie vortheilhaft seyn soll, so muß der Telegraphist eine so rasche Manipulation sich aneignen, als sie mit der Genauigkeit der Transmission der Depeschen sich verträgt; überdieß muß er mit der Sprache,