Text-Bild-Ansicht Band 151

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darf man die braune Masse nicht zum Schmelzen kommen lassen. Das Eisenoxyd scheint besonders geeignet zu seyn, um das ätzende Alkali in eine trockene und poröse Masse zu verwandeln. Nach dem Auswaschen und Abtropfenlassen ist es stets wieder verwendbar, ohne daß man es zu trocknen braucht. Ich habe zu diesem Zweck immer einen reinen Rotheisenstein benutzt, welcher vorher calcinirt und gemahlen wurde; Venezianisches Roth wäre ebenfalls brauchbar.

Halbkugelförmige gußeiserne Kessel von 4 Fuß 4 Zoll Durchmesser, welche an den Seiten einen halben Zoll und am Boden drei Viertelzoll dick sind, haben sich bei ziemlich langer Benutzung sehr geeignet sowohl zum Rösten als zum Schmelzen erwiesen. In einem solchen Kessel kann man 500 Pfund Aetznatron auf einmal fertig machen. Größere Kessel wären schwer zu handhaben und kleinere würden Zeitverlust verursachen.

Diese Erzeugung von Aetznatron läßt sich mit Vortheil in Verbindung mit der Fabrication einer guten Qualität von Sodasalz betreiben. Eine Lösung von kohlensaurem Natron kann nicht stärker als 32° Baumé gemacht werden. Die Lauge der rohen Soda hält daher nach dem Abdampfen alles Aetznatron und Schwefelnatrium aufgelöst zurück, und setzt ein sehr reines kohlensaures Natron ab, welches man ausschöpft, abtropfen läßt und für Sodasalz calcinirt. Wenn die Dichtigkeit der Flüssigkeit über 32° Baumé gestiegen ist, das Zeichen daß alles kohlensaure Natron ausgefällt wurde, so kann man sie in andere Kessel schaffen, abdampfen bis sie sehr dicht wird, dann mit Eisenoxyd mischen und austrocknen. Das geröstete Product wird zur Gewinnung eines guten Aetznatrons aufgelöst, decantirt, abgedampft, geschmolzen und mit Natronsalpeter verpufft.

CVI. Chemische Mittheilungen; von Prof. Dr. Rudolph Böttger.

Aus dem Jahresbericht des physikal. Vereins zu Frankfurt a. M. für 1857–1858.

1. Ueber eine neue, mit geringen Kosten auszuführende Bereitungsweise eines chemisch reinen Bleisuperoxyds.

Nachdem ich unlängst68) die Thatsache constatirt, daß frisch gefälltes Chlorblei beim Kochen mit einer Chlorkalklösung sich vollständig zersetzen

68)

Man vergl. polytechn. Journal Bd. CXLVIII S. 369.