Text-Bild-Ansicht Band 159

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Es wurden Stücke der Legirung im Gewichte von 4 bis 12 Grm. – je nach dem größeren oder geringeren Kupfergehalt – in bedeckten Porzellanschalen auf dem Sandbade in starker Salpetersäure gelöst. Dieser Lösung wurde Schwefelsäure zugesetzt, welche vorher von einer etwaigen Verunreinigung mit Blei durch Verdünnen mit Wasser und nachheriges Wiederconcentriren befreit worden war. Die Flüssigkeit wurde darauf im Wasserbade zur Trockene gedampft, von neuem Schwefelsäure zugesetzt und wieder verdampft, bis alle Salpetersäure entfernt war, oder bis keine Spur von blauen Krystallen mehr zurückblieb. Um dieß zu bewirken, habe er selten ein öfteres als zweimaliges Eindampfen für nöthig befunden.

Die gänzliche Entfernung aller Salpetersäure ist deßhalb wichtig, weil bei Gegenwart der geringsten Spur dieser Säure es schwierig ist, die letzten Antheile des Kupfers aus der Lösung zu fällen.

Nach Entfernung aller Salpetersäure wurden die schwefelsauren Salze in heißem Wasser gelöst und von dem Niederschlage von schwefelsaurem Bleioxyd (durch die Verunreinigung des Zinks mit letzterem Metall entstanden) durch Decantation getrennt. Die in einem geräumigen Becherglase aufgesammelte Flüssigkeit wurde sodann gehörig mit Wasser verdünnt und auf ein Sandbad gesetzt, dessen Hitze so regulirt wurde, daß die Lösung in einer dem Kochen nahen Temperatur erhalten wurde, ohne jedoch wirklich ins Kochen zu kommen, und nun ein Streifen des reinsten Eisenblechs hineingestellt, so, daß derselbe an der Seitenwand des Glases anlehnte, um möglichst gleichmäßig an allen Stellen von der Säure angegriffen zu werden. Die Lösung muß sauer genug seyn, um während der Ausfüllung eine geringe Wasserstoffentwicklung zu bewirken. Man muß sich indessen hüten, zuerst einen zu großen Ueberschuß an Säure zu geben, damit das Eisen dadurch nicht nutzlos oder selbst zum Nachtheil des Processes aufgelöst wird; denn im Falle einer Auflösung desselben durch freie Säure wird die Regelmäßigkeit und Vollständigkeit der Fällung gestört und die Oberfläche des Bleches bleibt nicht so glatt, als wünschenswerth ist.

Nach dem Einstellen des Eisens wird der Becher mit einer Glasplatte bedeckt und sich selbst überlassen, bis das Kupfer vollständig ausgefällt ist, was in einer oder längstens zwei Stunden geschehen ist. Nachdem man sich überzeugt hat, daß die Lösung kein Kupfer mehr enthält – man thut dieses durch Behandlung einer kleinen Quantität mit Schwefelwasserstoffwasser – nimmt man das Gefäß vom Sandbade und decantirt die klare, saure Lösung so vollständig als möglich vom Eisen und Kupfer.

Wird diese Lösung mit viel heißem Wasser ausgewaschen, so wird sie zuerst gelb, dann trübe, und setzt in wenigen Minuten, wenn auch die