Text-Bild-Ansicht Band 159

Bild:
<< vorherige Seite

gebildete Kupferoxydul kann die Farbe des reinen Kupfers nicht verdecken. Bei einer aufmerksamen Beobachtung der Reaction kann aber unter den aus dem Kolben entweichenden Producten auch Kohlensäure entdeckt werden; auch ist zu gleicher Zeit ein bestimmter, eigenthümlicher Geruch bemerkbar. Verschiedene Male wurden auch Spuren von Ammoniak bemerkt. Dieser Körper entwickelt sich immer in ziemlich bedeutender Quantität, wenn das unreine Kupfer in einer Wasserstoffatmosphäre getrocknet wird, denn der entweichende Wasserdampf ist stark alkalisch. Es ist deßhalb anzunehmen, daß das Fällkupfer durch eine organische Substanz verunreinigt ist und daß der nach dem Glühen auftretende Glanz des Metalls einfach eine Folge der Austreibung dieser Unreinigkeit oder einer theilweisen Reduction des Kupferoxyduls durch jene Substanz ist.

Daß das Phänomen nicht durch freie Kohle hervorgerufen wird, scheint dadurch erwiesen zu werden, daß solches Kupfer, welches vor der unmittelbaren Berührung mit dem Eisen durch eine ziemlich dicke Schicht zuerst niedergeschlagenen Metalls geschützt war, dieselben, eben beschriebenen Reactionen zeigte, d.h. beim Glühen Wasser und brenzliche Producte entwickelte.

Es wurde auch die Menge dieser Verunreinigung in etwa 50 bis 60 Fällen bestimmt; sie variirte in dem bei 100° getrockneten Kupfer von 1,5 oder darunter bis 4 und selbst 5 Procent; durchschnittlich betrug sie 2 bis 2,5 Procent. Diese Daten beziehen sich auf Kupfer, welches aus schwefelsaurer Lösung gefällt und deßhalb gewöhnlich in einem schwammigporösem Zustande ist. Das aus salzsaurer Lösung gefällte ist gewöhnlich krystallinisch und compact, und enthält ohne Zweifel weniger von der Verunreinigung. Dennoch wird immer ein Gewichtsverlust eintreten, wenn Kupfer, sey es auch noch so schön gefällt, in der Wasserstoffatmosphäre geglüht wird. Selbst bei dem durch chemisch reines Zink gefällten Kupfer wurde nach dem Glühen eine Gewichtsverminderung von 0,5 bis 2 Proc. wahrgenommen.

Der Verfasser bemerkt schließlich, daß er statt Zink Eisen zur Fällung benutzt habe, einfach deßhalb, weil ihm gerade kein Zink zu Gebote stand, welches für analytische Zwecke rein genug gewesen wäre.

Das Verfahren mit Eisen sey kein ganz genaues analytisches, jedoch in manchen Beziehungen und als Probirmethode dem Verfahren mit Zink vorzuziehen und liefere bei etwas Uebung hinreichend genaue Resultate. Ohne Zweifel sey es eine so gute Methode, wie man sie überhaupt haben könne, besonders da, wo keine absolute Genauigkeit verlangt werde und wo sehr viele Proben anzustellen seyen. Wenn er auch ein Schwanken in