Text-Bild-Ansicht Band 159

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den Bestimmungen von 1 oder höchstens 1 1/2 Proc. zugeben müsse, so sey ihm diese Genauigkeit für seine Zwecke hinreichend, vorzüglich, da man bedenken müsse, daß diese Differenzen geringer seyen, als die durch eine theilweise Verflüchtigung des Zinkes oder durch unvollkommene Mischung der componenten Metalle in den Legirungen entstehenden Schwankungen. Er habe die Methode nach sorgfältiger Prüfung von auch noch einigen anderen Verfahrungsweisen als die beste erkannt.

Endlich bemerkt er noch, daß die meisten amerikanischen Probirer in der Regel eine Mischung von Salpetersäure mit Salzsäure als Lösungsmittel des ursprünglichen Probequantums anwenden und die Salpetersäure durch zweimaliges zur Trockenedampfen mit einem Ueberschuß von Salzsäure austreiben. Das Kupfer wird dann aus der heißen salzsauren Lösung niedergeschlagen. Von Manchen wird das gefällte Kupfer auf einem Filter gesammelt, statt der Decantation, und vor dem Aussüßen erst ein- oder zweimal mit verdünnter Salzsäure ausgewaschen. Diese Methode habe den Vortheil, daß in der Salzsäure eine größere Menge der vom Eisen herrührenden Unreinigkeit gelöst werde, als in der Schwefelsäure, daß sich ferner weniger leicht basische Eisensalze bildeten, außerdem weniger Zeit hinginge auf das zur Trockenedampfen, und endlich das in krystallinischem Zustande gefällte Kupfer ohne merklichen Verlust gewaschen und gesammelt werden könne. Dagegen würden bei Anwendung von Schwefelsäure, wodurch außerdem das in den Legirungen enthaltene Blei entfernt würde, die letzten Antheile des Kupfers leichter und vollständiger aus der Lösung niedergeschlagen und das gefällte Metall hafte nicht so fest am Eisen.

Auf die verschiedenen Vorsichtsmaßregeln, welche bei den Versuchen anzuwenden seyen, wenn man es mit unreinen Kupfererzen zu thun habe, hat sich der Verfasser nicht weiter eingelassen. Er verweist in dieser Beziehung auf Bodemann-Kerl's Probirkunst S. 219, macht aber dabei darauf aufmerksam, daß in Fällen, wo Arsenik die einzige Verunreinigung sey, es in der Praxis vielleicht gerathen sehn könnte, dasselbe mit dem Kupfer auf dem Eisen niederzuschlagen, um es hernach durch das Glühen in Wasserstoff zu entfernen.