Text-Bild-Ansicht Band 161

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I. Bester belgischer Thon.

Kommt in den Handel als viereckige Formstücke von dunkel-schiefer-blauer Farbe mit fettigglänzenden Außenflächen und solchen Eindrücken im Innern. – Fühlt sich zart und fettig an, schneidet sich fast nicht knirschend und ist glänzend auf der Schnittfläche. – Knirscht in dem Achatmörser zerrieben, kaum merklich. – Haftet der Zunge stark an. – Zerfällt in Wasser unter Entwickelung von Luftbläschen, die mit singendem Zischen entweichen, und gibt damit angefeuchtet eine sehr bindende, plastische Masse. – Zeigt mit Säure übergossen, Spuren von Brausen (kohlensaurer Kalk).

Mit Salzsäure digerirt, wird kaum eine Spur von Eisen, aber Kalk in merklicher Menge ausgezogen.

Getrocknet und feinst pulverisirt mit je nach Erforderniß der 1, 2 bis 6, bis 10fachen Volumenmenge chemisch reinen Quarzpulvers innigst versetzt, die beschriebenen Cylinderpröbchen mit den dem Quarzzusatz entsprechenden Nummern bezeichnet und im Vergleich mit den entsprechenden Pröbchen des Yarnkirker Thons geglüht, ergab sich folgendes Resultat:

Die Glühhitze war eine solche, daß Pröbchen Yarnkirk Nr. 1 mit einer Flußrinde vollständig umgeben erschien und sich aufzublähen begann; Pröbchen Nr. 2 zeigte sich schon weniger glasirt, Nr. 3 noch weniger und Nr. 4 nicht mehr u.s.w.

Es erweiset sich nämlich als zweckmäßig für den Fall der Prüfung eines sehr strengflüssigen Thones die Hitze bis zu einem solchen Grade zu steigern, damit die Unterscheidungen augenfälliger hervortreten; so wie es einen oft nützlichen Anhalt gewährt, die Thone so für sich (bezeichnet Nr. 0) gleichzeitig mitzuglühen. Fürchtet man bei einem fraglichen Thon, daß er für sich zerfließe und als Flußmittel auf nebenliegende Pröbchen einwirke, so ist er in ein kleineres Cylindertiegelchen von der besten feuerfesten Masse einzuschließen.

Pröbchen Nr. 0 des Yarnkirker Thones war in dem bezeichneten Hitzegrade (völlige Gußstahlschmelzhitze) zusammengesintert zu einer schwarzen, glänzend-porzellanartigen, aber dichten Masse auf der Bruchfläche.

Nur aus den Glühversuchen wurden für die Folge Resultate gezogen, bei denen die stets mit geglühten Normalpröbchen des Yarnkirker Thones dasselbe entsprechende Aussehen zeigten, wodurch man die Gewißheit hatte, daß alle untersuchten fraglichen Thone dieselbe Hitze und in gleicher Weise erhalten hatten.

Mehr als 2–3 fragliche Thone gleichzeitig mit dem Normalthon in dem beschriebenen Deville'schen Ofen zu glühen, erwies sich als