Text-Bild-Ansicht Band 161

Bild:
<< vorherige Seite

unstatthaft, da mit Zunahme der Größe der Tiegel es schwieriger wird allen eingeschlossenen Pröbchen auch dieselbe gleichmäßige und intensive Hitze zu geben.

Pröbchen Nr. 0 (d.h. also der Thon für sich ohne Quarzzusatz) des belgischen Thones ist zusammengesintert bis zur krugähnlichen feinblasigen Masse ohne Zeichen von Aufblähung.

Pröbchen Nr. 1 (d.h. also der Thon versetzt mit der einfachen Quarzmenge u.s.w.) hat sich aufgebläht zu einer feinblasigen Porzellanmasse. Aus der Masse sind Glasbläschen hervorgetreten.

Pröbchen Nr. 2 verhält sich strengflüssiger wie Pröbchen Yarnkirk Nr. 1. Es ist nicht so stark glasirt.

Pröbchen Nr. 3 ist nur wenig glasirt und Nr. 4 zeigt kaum noch eine Glasirung u.s.w.

Demnach erfordert dieser belgische Thon weniger als 1 Mal so viel Quarzpulver wie der schottische, damit beide in der bezeichneten Hitze sich gleich strengflüssig zeigen, oder mit anderen Worten: der belgische Thon steht dem schottischen um weniger als einen Grad der bezeichneten Art nach. Es möchte dieser Ausdrucksweise vor der früher gewählten der Vorzug zu geben seyn, da sie bezeichnender die gefundenen Werthe ausdrückt. Nach den Nummern der genannten Scala bezeichnet, ist mithin, die Strengflüssigkeit des Yarnkirker Thones = 1 angenommen, die des belgischen = weniger als 2.

Wie ich früher erwähnte, gibt die Methode gleichzeitig Aufschluß über die sogenannte Fettigkeit oder Magerkeit der Thone, d.h. es wird sichtbar gemacht, wie viel Zusatz ein Thon zu binden vermag – eine Eigenschaft, die neben der Strengflüssigkeit nie außer Acht zu lassen ist. Sind z.B., wie gesagt, zwei Thone gleich strengflüssig, aber ist der eine bindender (fetter) als der andere, so ist dem mehr bindenden wesentlich der Vorzug zu geben, da dieser durch eine größere Menge strengflüssigen Zusatzes feuerbeständiger zu machen ist, abgesehen davon, daß er überhaupt anwendbarer und daher werthvoller ist.

Beruht die Magerkeit auf mechanisch beigemengtem Sande, so hat das noch andere entschiedene Nachtheile zur Folge, die ich unten weiter ausführen werde.

Will man auf die angegebene Weise, durch ein Titriren gewissermaßen mit Sand das Bindevermögen eines Thones bestimmen, so kommt es nur darauf an, ein und denselben gleichen Grad der Bindung zum festen Maaßstab zu nehmen. Setzt man zu einem, gerade nicht außergewöhnlich magern Thone die verschiedenen Mengen feinsten Quarzpulvers, formt daraus die Pröbchen, trocknet sie genügend, so wird bei einem