Text-Bild-Ansicht Band 144

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Hr. L. D. le Blanc erwärmt alle Räume eines Gebäudes dadurch, daß von einem einzigen Kessel aus, der im Kellergeschoß angebracht ist, heißes Wasser circulirt. Das Wasser wird durch das Gewicht der niederwärts gehenden Ströme von diesem unten liegenden Kessel nach einem hochliegenden Reservoir empor getrieben und von diesem gehen Röhren in jeden Raum und führen das heiße Wasser den sogenannten Wasseröfen zu, aus denen es, sobald es abgekühlt ist, abwärts zieht, um wieder erhitzt zu werden. In den Wasseröfen sind an beiden Enden offene Röhren angebracht, durch welche die frische Luft in den zu erwärmenden Raum strömt, und erwärmt, dann zur Decke hinauf zieht. Die kalte und folglich schwerste Luft des Raumes sinkt bis zum Boden hinab und strömt dort in dem Verhältniß durch die Lüftungsöffnungen aus, als frische Luft eintritt. Dieses System hat die oben erwähnten Vortheile der Brennmaterialersparung und der gleichartigen Vertheilung der Wärme, dagegen den Nachtheil, daß die Luft stets unrein bleibt, was von dem niedrigen Austritt der benutzten Luft und der schwachen und unsteten Triebkraft herrührt.

Nach dem Plan des Hrn. René Duvoir, wie er in der polytechnischen Schule und in einigen andern Gebäuden ausgeführt ist, circulirt heißes Wasser von dem Kessel aus in weitern Röhren, die sich in Canälen befinden, welche in den Wänden und Böden angebracht sind; durch diese Canäle zieht von außen eingeführte frische Luft, erwärmt sich und strömt in die zu heizenden Räume aus. In andern Beziehungen hat das System viel Aehnlichkeit mit dem von le Blanc. Es ist ein Vortheil, daß bei demselben die Heizung eines Zimmers nicht ohne gleichzeitige Lüftung bewirkt werden kann, weil ihm die Wärme durch die frische Luft zugeführt wird; indem die Luft dann durch warme Canäle emporsteigt, bildet sie warme Säulen, welche die Wirkung der Lüftungsesse erhöhen.

Bei dem Grouvelle'schen System wird ebenfalls eine Esse und ein Centralkessel mit Wasseröfen angewendet, aber das Wasser dieser Oefen wird nicht immer direct in dem Kessel erhitzt, sondern durch Dampf, welcher vom Kessel zu den Oefen oder zu besondern theilweisen Wassercirculationen aufsteigt. So wie bei allen vorher besprochenen Vorrichtungen, sind Hähne zum Reguliren der Wärmevertheilung angebracht.

Die HHrn. Thomas und Laurens wenden, wie ihre Heizung im Hospital Lariboisière zeigt, Dampfmaschinen von 20 Pferdekräften an, um die Luft mittelst Ventilatoren durch das Gebäude zu treiben. Die frische Luft wird durch den schon benutzten Maschinendampf erwärmt. Die einströmende frische Luft treibt die schon gebrauchte und