Text-Bild-Ansicht Band 144

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– recht tüchtig mit etwas Gummipulver, füge eine geringe Menge Wasser hinzu, so daß eine schleimige rothe Flüssigkeit entsteht, gieße diese zur Gutta-percha-Lösung und bringe das Ganze nach anhaltendem Schütteln in den oben erwähnten Napf, ohne den Inhalt mit einer Wasserschicht, wie bei der Darstellung der weißen Gutta-percha, zu überdecken. Die Destillation muß sofort beginnen, damit der Carmin nicht Zeit hat sich wieder abzusetzen; durch Malaxiren des Rückstandes endlich erhält man die Gutta-percha von durchaus gleichmäßiger fleischrother Farbe.

CXVIII. Ueber das Pferdefleisch als Nahrungsmittel.

Aus den Comptes rendus, September 1856, Nr. 9.

Hr. Is. Geoffroy-Saint-Hilaire bespricht in seinem unlängst erschienenen Werke: Lettres sur les substances alimentaires, et particulièrement sur la viande de cheval, den Genuß des Pferdefleisches hinsichtlich der Gesundheit, seines Geschmacks und seiner ausreichenden Menge, um unter den Nahrungsmitteln für das Volk eine Stelle einzunehmen.

Was die Gesundheit des Pferdefleisches betrifft, so wurde sie, außer von den chinesischen Aerzten, welche wenigstens den Genuß des Fleisches der zweifarbigen Pferde verbieten, und abgesehen von einer oft, aber unrichtig citirten Stelle Galen's, von keinem einzigen Arzt und Naturforscher bestritten. Die Thatsachen sprechen übrigens ganz zu seinen Gunsten. Bei der Belagerung von Kopenhagen und anderen diente es Wochen lang den Truppen als Nahrung. Bei der Belagerung von Paris (1793 u. 94) mehrere Monate lang, und nie verursachte es Krankheiten oder Unwohlseyn, und wurde so wie seine Brühe selbst von Kranken gut vertragen. Dasselbe war in Aegypten bei der Belagerung von Alexandrien der Fall, wo es nach Larrey sogar beitrug, den epidemischen Scorbut, welcher sich der ganzen Armee bemächtigt hatte, zum Verschwinden zu bringen.

Hinsichtlich seines Geschmackes sind die Meinungen mehr getheilt. Das Pferdefleisch wurde lange und wird jetzt noch von vielen Personen für süßlich, unangenehm schmeckend, namentlich für sehr hart gehalten. Wenn diese Behauptung solchen Personen zu verzeihen ist, welche bei