Text-Bild-Ansicht Band 142

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schädlichen Mineralien verwachsen, welche erst sichtbar werden, wenn man ihn in den Porzellanöfen verglüht; diese Verunreinigungen sind meistens eisenhaltige Mineralien, wie Glimmer, Hornblende, welche nach dem Glühen gelb, rothgelb bis schwarz gefärbt erscheinen. Man muß in diesem Falle nach dem Glühen, um reine Waare zu erhalten, eine sorgfältige Handscheidung vornehmen, und diese, wie der entstehende Abgang, vertheuern die Waare wiederholt. Ueberdieß ist eine vollständige Ausscheidung aller gefärbten Theile beinahe unmöglich, wodurch die Farbe des Porzellans stets leiden muß.

Die Geschichte der europäischen Porzellanfabrication und die fortwährende Fabrication der Chinawaare oder einer Art von Fritteporzellan, beweisen hinreichend, daß der Feldspath entbehrt werden kann um ein dem Porzellan ähnliches Product zu erzielen. Wenn man nämlich dem Kaolin, bevor man ihn formt, einen Fluß beigibt, welcher ein ähnliches Glas bildet wie der Feldspath, so durchdringt dieser Fluß die Masse eben so wie jeder Feldspath und verleiht ihr die Durchsichtigkeit. Die als Flußmittel dienenden Substanzen dürfen aber in Wasser nicht löslich seyn, weil sie sonst nicht nur sich ungleich vertheilen, sondern auch beim Trocknen auswittern würden. Deßwegen hat man früher, wo eine ähnliche Fabrication betrieben wurde, sogenannte Fritten dargestellt, welche das Flußmittel in unlöslicher Form enthielten; damit kamen aber wieder andere Uebelstände zum Vorschein, weßwegen diese Fabrication überall aufgegeben worden ist, außer in England, wo günstige Umstände sie mit Modificationen beizubehalten gestatteten. Gewiß ist jedoch, daß sowohl das früher dargestellte französische und das noch jetzt fabricirte englische Fritteporzellan im Widerstand gegen Temperaturwechsel dem Feldspathporzellan nachstehen, weil sie mehr glasartig sind und ihr Kaolingehalt im Verhältniß zum Gehalt an Fluß viel weniger beträgt, als im Feldspathporzellan. Es hat daher den Anschein, daß es zwecklos ist, auf Feldspathsurrogate zurückzugehen.

Wenn es indessen möglich wäre, das Surrogat in seinen Wirkungen dem Feldspath ähnlich oder ganz gleich zu machen, und wenn ihm die Vorzüge einer viel größeren Reinheit ertheilt werden könnten, so dürfte damit sogar noch viel gewonnen seyn, namentlich z.B. für Knopffabriken, welche ein höchst reines, wo möglich leicht schmelzbares Material nöthig haben, wie es der schwedische, sehr natronhaltige Feldspath ist. Zu diesem Zweck bringe ich die chemischen Verbindungen

Al₂O₃, SiO₂ + KO, SiO₂ und

Al₂O₃, SiO₂ + NaO, SiO₂