Text-Bild-Ansicht Band 142

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in Vorschlag, mit Hinweisung auf Gmelin's Handbuch der Chemie, vierte Auflage, Bd. II S. 405. Diese Verbindungen hat Berzelius direct aus ihren Bestandtheilen dargestellt. Die Letztere bildet sich bei der Fabrication des künstlichen Ultramarins, und ohne Beimischung einer Schwefelverbindung erhält man sie durch Glühen von kohlensaurem Natron mit Kaolinen; die erstere Verbindung wird auf analoge Weise dargestellt. Da die Kaoline in den meisten Fällen weniger Eisen enthalten als die Feldspathe, so wird auch das Product von jenen viel weniger von diesem schädlichen Bestandtheil enthalten als die Feldspathe. Ueberdieß stellt dieses Product nach dem Auswaschen ein feines unlösliches Pulver dar, welches noch mehr Alkali enthält als der Feldspath (z.B. ungefähr 29 Proc. statt 15 Proc. Kali, wenn man kohlensaures Kali angewendet hat), daher man von demselben eine geringere Menge nöthig hat, was den nicht unerheblichen Vortheil gewährt, daß die Bildbarkeit der Masse nicht in demselben Grade beeinträchtigt wird als durch die größere Menge des zugesetzten Feldspaths, der selbst nicht plastisch ist.

Das Präparat kann jede Porzellanfabrik selbst darstellen. Statt den Feldspath, wie erwähnt, zu glühen, ist es nur nöthig ein feines Gemenge von Kaolin mit einem der kohlensauren Alkalien derselben Temperatur auszusetzen und das Product auszuwaschen, wenn, was wohl nützlich seyn möchte, das kohlensaure Alkali im Ueberschuß angewendet wurde.

Man hat in der letzten Zeit vorgeschlagen, die Alkalien aus Feldspath zu gewinnen, daher mein Vorschlag mittelst der Alkalien eine Art Feldspath darzustellen, ungeräumt erscheinen könnte. Reiner Feldspath ist aber zu preiswürdig, als daß seine Verwerthung auf Alkalien lohnen dürfte, und nur von diesem kann hier die Rede seyn. Andererseits wird der Feldspath durch die Fracht und die oben erwähnten Arbeiten so vertheuert, daß das von mir empfohlene Surrogat gewiß viel billiger zu stehen käme; daß aber die Anwendung obiger Verbindungen, jeder für sich oder beider als Gemenge, keine weitere Schwierigkeit veranlassen kann, als die der richtigen Zusammensetzung der Porzellanmasse überhaupt, davon bin ich so überzeugt, daß ich jedes weitere Wort darüber für überflüssig halte, und somit empfehle ich den Gegenstand der Beachtung derjenigen, welche in der Lage sind, Versuche im Großen anzustellen.