Text-Bild-Ansicht Band 142

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habe, lieferten so günstige Resultate, daß dieses Entfärbungsmittel nicht nur in den oben genannten Fällen Empfehlung verdient, sondern wohl auch bei geeigneter Manipulation eine ausgedehntere Anwendung finden dürfte. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. XCIX S. 373.)

Das Flavin, ein Surrogat der Quercitronrinde.

Wir haben im polytechn. Journal Bd. CXL S. 297 über die Eigenschaften des Flavins, welches in den englischen Färbereien vielfach als Surrogat der Quercitronrinde angewendet wird, nach Napier's Manual of the art of dyeing berichtet. Dr. Muspratt schöpft in seinem Handbuch der Chemie (Vol. I p. 623 des englischen Originals) aus derselben Quelle und fügt bei: „Die Färber und Kattundrucker sind allgemein der Meinung, daß das Flavin nichts anderes als der Farbstoff der Quercitronrinde ist, welcher zur Ersparung an Transportkosten aus derselben extrahirt wird; die Benennung, unter welcher es in England eingeführt wurde, scheint eine willkürlich angenommene zu seyn, wenn sie nicht absichtlich gewählt wurde, um den Consumenten zu täuschen und auf die Meinung zu bringen, daß es ganz andere Eigenschaften hat, als der Farbstoff der Rinde aus welcher es wirklich dargestellt wird.“

Pinolin

wird ein Brennöl für Mineralöl-Lampen genannt, das in Verbindung mit einer massenhaften Fabrication von Wagenschmiere aus Harz dargestellt wird und außerordentlich bedeutenden Absatz findet. (Handelsbericht von Köln.)

Die Verfälschung von Gewürzen

hat in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen; sie wird namentlich bei gemahlenem Pfeffer durch Stärke Vermischung mit schwarzen Wicken in großem Maßstabe fabrikmäßig betrieben. Preiscourante zeigten einen Preis des gemahlenen Pfeffers von 14 Thalern, während Pfefferkörner direct aus erster Quelle bezogen sich auf 22 Thlr. berechneten. (Ebendort.)

New-Orleans Moos (Tillandsia usneoides)

als Material zum Stopfen und Polstern, als Surrogat für Roßhaar etc. zubereitet, war in der Londoner Ausstellung in einem Ballen zu sehen, welcher von G. Hicks eingesandt war. Dieses Moos besitzt, wie der amtliche englische Bericht über die Ausstellung sagt, große Elasticität und scheint für den erwähnten Zweck sehr geeignet; auch soll es in größeren Quantitäten und zu verhältnißmäßig billigem Preise zu haben seyn. Diesem Faserstoff, der zwar nicht ganz neu auf dem Londoner Markt war, aber doch noch nicht so allgemein bekannt ist, als er es verdient, wurde damals die Price medal zuerkannt.

Ein anderer ähnlicher Stoff unter dem Namen Ejow oder Gommuti fibre aus Indien bekannt, bildet die haarige Decke der Arenga Saccharifera oder Gommuti-Palme, ist in Indien zum Anfertigen von Stricken und Tauen sehr beliebt, wird ebenfalls zum Stopfen und Polstern verwendet und in den Handel nach Europa gebracht. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1856, Nr. 46.)