Text-Bild-Ansicht Band 142

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Da ich ein Verfahren zu ermitteln suchte, die Phänomene der Induction zu vergrößern, so fand ich in der bezeichneten Unvollkommenheit des Contactes eine erhebliche Schwierigkeit, die mich, wie ohne Zweifel viele Andere, veranlaßte auf das Quecksilber zurückzukommen.

Gleich bei den ersten Versuchen erkannte ich, daß es unpraktisch wäre, bei einem intensiven Strom das bloßgelegte Quecksilber an der Unterbrechungsstelle anzuwenden. Denn dieses Unterbrechungsmittel wirkt nicht rasch genug; die Oberfläche des Metalls oxydirt sich in wenigen Augenblicken, sie entwickelt reichliche Dämpfe, welche nicht verfehlen würden, über kurz oder lang ihren schädlichen Einfluß auszuüben. So kam ich denn auf den Gedanken, das Quecksilber mit einer Schichte destillirten Wassers, oder noch besser mit einer Schichte Alkohol zu bedecken, wodurch den verschiedenen Unannehmlichkeiten, welche die Anwendung von Quecksilber allein darbietet, vorgebeugt ist. Die Unterbrechung des Stroms findet unter Alkohol plötzlich und daher mit einem trockenen Geräusch statt; der Alkohol trübt sich in wenigen Augenblicken, aber er hört nicht auf die an der Unterbrechungsstelle sich entwickelnden Quecksilberdämpfe auf eine wirksame Weise zu verdichten, während er zugleich die Oxydation auf der Oberfläche des Quecksilbers verhindert. Der Apparat arbeitet daher regelmäßig so lange fort, als die Säule im Stande ist den Inductionsstrom zu unterhalten.

Aus dem mechanischen Gesichtspunkte ist die Anwendung des Quecksilbers beim Unterbrecher als eine glückliche Modification zu bezeichnen. Da der oscillirende Theil, der sogenannte Hammer, in seiner Bewegung nicht mehr durch ein starres Hinderniß, den Amboß beschränkt ist, so konnte er durch einen elastischen Stab ersetzt werden, welcher unter dem Einfluß eines Elektromagneten mittelst eigener Federkraft oscillirt. Dieser Stab, welcher umgebogen ist und an seinem freien Ende sich in eine Platinspitze endigt, schließt und öffnet den Inductionsstrom 60mal in 1 Secunde, indem er mehr oder weniger in das Quecksilber eindringt. Der Contact ist ungeachtet seiner kurzen Dauer nicht minder vollkommen, er bietet an sich einen Widerstand dar, welcher gegen die in der ganzen Ausdehnung der Kette verbreiteten Widerstände verschwindet. Da ferner das elastische Organ ganz frei oscillirt, so folgen diese Contacte regelmäßig auf einander, wie man aus dem anhaltenden Ton, den ein in Thätigkeit befindlicher Apparat hören läßt, schließen kann. Die Reihe der an den Enden der eintauchenden Spitze auftretenden Funken hat den gleichen Charakter, und in dem Geräusch derselben unterscheidet das Ohr einen bestimmten, demjenigen der vibrirenden Feder conformen Ton.