Text-Bild-Ansicht Band 142

Bild:
<< vorherige Seite

Während er den Abgang der Inductionsfunken regulirt, hat der neue Unterbrecher in Anwendung auf die gebräuchlichen Apparate die Eigenschaft, bis zu einem gewissen Punkt die Kraft zu vermehren. Im Allgemeinen arbeitet er so, daß er die Effecte den Intensitäten des vertheilten Stromes proportional macht, woraus hervorgeht, daß er, den Unterbrechern mit festem Contact gegenüber, bei Anwendung kräftiger Ströme einen wesentlichen Vortheil darbietet.

Es wäre zwar unklug, mit einer einzigen Maschine von gewöhnlichen Dimensionen die Intensität des Inductionsstroms über eine gewisse Gränze hinaus steigern zu wollen, denn man würde unfehlbar die Spule des inducirten Drahtes innerlich zersprengen. Vereinigt man aber mehrere Maschinen, so vertheilt sich die Spannung unter die verschiedenen Elemente dieser Art von Batterie, und man kann auf das Ganze eine der Anzahl der Maschinen proportionale Anzahl von Paaren wirken lassen, wodurch in gleichem Verhältnisse die Schlagweite der Funken vergrößert wird.

Dieses System der Vereinigung läßt sich ohne Schwierigkeit auf die vortrefflichen Maschinen des Hrn. Ruhmkorff 62) anwenden, wenn man sich darauf beschränkt, sie paarweise zusammenzustellen. Man läßt die Hämmer weg, und ersetzt sie durch bleibende Leiter; man vereinigt die beiden Leitungsdrähte einen hinter dem andern und schaltet den Unterbrecher in die Kette ein, indem man ihm den Condensator des Extrastromes beigibt. Zur Vorsicht sollten bei jeder Maschine die Entladungsconductoren auf die normale Entfernung auseinander gestellt werden; auch behalten alle beide ihre Commutatoren, welche dazu dienen, jedem der beiden Theile des Stromes eine solche Richtung zu geben, daß die Spannungen der entgegengesetzten Elektricitäten sich an den inneren Enden der zwei inducirten Drähte anhäufen; setzt man diese endlich mit einander in Communication, so werden die äußeren freibleibenden Enden die beiden Pole des Systems und geben Funken auf eine Entfernung von 30 bis 35 Millimetern.

Fig. 13 stellt den Quecksilberunterbrecher in perspectivischer Ansicht dar. c und c' sind die beiden Spulen der unter dem Einfluß des inducirenden Stromes stehenden Elektromagnete. R ist der oscillirende elastische Streifen; derselbe ist mit einem weichen Eisenstück K und einer gebogenen Verlängerung C versehen, die mit ihrer Platinspitze in das Quecksilber des Näpfchens V taucht. Ueber dem Quecksilber befindet sich eine Schichte Alkohol. Angenommen, der Strom gehe durch den Draht q,

62)

Beschrieben im polytechn. Journal Bd. CXXXIX S. 358.