Text-Bild-Ansicht Band 141

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gemeinschaftlichen Back- und Waschhäusern, Verabreichung von Holz im Winter an dürftige Leute etc.) herzugeben. Für den letztern Fall also verzichtet der Hr. Erfinder auf jedes Honorar für sich. Seltene Uneigennützigkeit!

Das Schriftchen des Hrn. Gall bietet nun Stoff genug, um sich sowohl von der principiellen Richtigkeit seiner Construction, als auch von der Neuheit derselben zu überzeugen. Ueber die praktischen Erfolge derselben liegen S. 3 Zeugnisse vor – nach der öffentlichen Empfehlung des Hrn. v. Burg wird die Erfindung indessen keiner weitern Zeugnisse mehr bedürfen.

Ich will nun in dem Folgenden eine gedrängte Darstellung dieser Feuerungs-Construction zu geben versuchen, wobei ich mich indessen wegen der weitern Ausführung auf die Schriften Gall's beziehen muß. Nur über die Wichtigkeit der Rauchverbrennung erlaube ich mir einige Bemerkungen vorauszusenden.

Es ist ein wahrhaft einziges Vorschreiten, wenn in England durch eine Parlaments-Acte vom 20. August 1853 kurzer Hand decretirt wurde, daß „mit und nach dem 1. August 1854 jede Feuerung – u.s.w. u.s.w. – in allen Fällen so eingerichtet oder abgeändert werden muß, daß sie ihren Rauch verzehrt oder verbrennt.“ Die Herren im Parlamente residiren in der Hauptstadt, erachteten es für „räthlich, die Unannehmlichkeiten zu beseitigen, welche von dem Rauch der Feuerungen in der Hauptstadt und der Dampfschiffe oberhalb Londonbrücke herrühren“ und decretirten: erfindet binnen Jahresfrist eine Rauchverbrennung!“ Indessen ist bis auf den heutigen Tag in England noch keine praktische Rauchverbrennung erfunden worden, die Schornsteine rauchen lustig fort und man verhängt die angedrohte Strafe nicht, weil man sich in der besagten Parlamentsacte eine Hinterthür gelassen hatte durch ein „soviel als möglich.“ War also die vollständige Rauchverbrennung noch nicht erfunden, so kam man durch dieses „soviel als möglich“ über alle Klippen hinweg.

Gall hat seine rauchverzehrende Feuerung bereits im Jahre 1840 erfunden und sie findet sich der Hauptsache nach schon in seiner 1843 als Manuskript gedruckten „Beschreibung des Dampf-Marienbad-Apparats“ erläutert. Durch andere wichtige Arbeiten an der Patentirung seiner Erfindung damals gehindert, hat er erst nach der Publication der obigen Parlamentsacte seiner eigenen Erfindung dasjenige Interesse abgewonnen, welches ihr in so hohem Maaße gebührt. Die Folge davon war die Publication seines obigen Werkes.