Text-Bild-Ansicht Band 141

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Vergoldung vollständig weggenommen, so daß man ihn aufs Neue vergolden und glätten muß. 7) Bringt man einen gefärbten Gegenstand in der Bleilösung mit dem negativen Pole in Berührung, so verschwindet seine Farbe, indem das Bleisuperoxyd sich auflöst. Dieses Mittel, die Farbe von dem Gegenstande wegzunehmen, verdient vor der Benutzung des Essigs den Vorzug.

Erzeugung verschiedener Farben an demselben Gegenstande. Um z.B. ein in Metall gearbeitetes Blumenbouquet, welches etwa für eine Broche oder Haarnadel bestimmt ist, mit mehreren Farben zu versehen, wird es, wenn es nicht von Gold ist, zunächst stark (galvanisch) vergoldet und nach Umständen mattirt. Man überzieht dann mittelst eines Pinsels diejenigen Stellen, welche die Goldfarbe behalten sollen, mit schwarzem Aussparfirniß (epargne noire liquide) und bringt den Gegenstand darauf, mit dem positiven Pole verbunden, in das Bleibad. Wenn alle Blumen Hellroth geworden sind, bedeckt man diejenigen von ihnen, welche diese Farbe behalten sollen, ebenfalls mit dem Firniß, und läßt darauf durch Wiedereinbringen in das Bleibad die übrigen violett werden. Man kann nun diejenigen, welche violett bleiben sollen, mit dem Firniß überziehen und darauf die übrigen blau werden lassen. Ueberzieht man endlich auch die blau gewordenen Blumen mit Firniß, so daß nur noch die Blätter unbedeckt sind, und bringt wieder in das Bad, so werden die Blätter grün. Das Grün kann man auch noch nüanciren, weil erst ein dunkleres und dann ein helleres Grün auftritt, welches zuletzt in Gelb übergeht. Ist der Gegenstand in dieser Weise gefärbt, so befreit man ihn durch Behandeln mit Terpenthinöl in der Kälte von dem Firniß, und reinigt ihn dann erst durch Seifenwasser mittelst einer weichen Bürste und darauf mit warmem Wasser und einem Tuche. Diese verschiedenen Farben, welche die natürlichen Farben der Blumen nachahmen und auf einen Grund von mattem Gold oder Silber aufgesetzt sind, machen einen herrlichen Effect, und lassen, was die Lebhaftigkeit und den Glanz anbetrifft, die auf Email ausgeführte Malerei weit hinter sich, besitzen aber leider nicht die Dauerhaftigkeit derselben. Einzelne versilberte Blumen mit vergoldeten Staubfäden bringen in einem solchen Bouquet eine hübsche Wirkung hervor.

Färben der Uhrschrauben. Man benutzt dabei ein mit Löchern verschiedener Größe versehenes Eisenblech (Fig. 23), welches durch zwei daran sitzende starke Drähte getragen und mit dem positiven Pole verbunden wird. Die Schrauben werden in die Löcher gesteckt, so daß ihre Köpfe auf dem Bleche ruhen. Die stählernen Schrauben müssen gehärtet und sehr schwarz polirt werden, im Gegensatz zu denen, welche man durch