Text-Bild-Ansicht Band 141

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welche neuerdings 26,45 Kilogr Salz fällen können. Nachdem der salzsauren Flüssigkeit alles Gas entzogen worden ist, welches sie geben konnte, repräsentirt sie noch die Säure mit 16 Aequivalenten Wasser, welche wenigstens zu gewissen Zwecken verwendbar ist. Durch beide Operationen wurden also 64,65 Kilogr. Kochsalz gefällt. Diese Ziffern ergibt die Theorie; in der Praxis dürften auf diese Weise immerhin 50 Procent des auf Glaubersalz verarbeiteten Kochsalzes gewonnen werden können.

Das Princip meines Verfahrens besteht in der Anwendung eines flüchtigen Agens, welches, nachdem es zum Fallen des Kochsalzes gedient hat, durch die Wärme entfernt werden kann, ohne irgend eine Unreinigkeit zu hinterlassen. Nach demselben Princip können verschiedene andere Salze aus ihrer Auflösung abgeschieden werden, jedoch nicht so vollständig. Das kohlensaure Natron läßt sich aus einer Auflösung von roher Soda durch Ammoniak im Zustand großer Reinheit fällen; trocknet man das erhaltene krystallinische Salz in einem geheizten Raume aus, so hält es nicht die geringste Spur von Ammoniak zurück. Da man die ammoniakalische Flüssigkeit nur zu erhitzen braucht, damit sie alles Gas wieder abgibt, welches sie aufgelöst hatte, so bleibt dasselbe Quantum Ammoniak so zu sagen fortwährend verwendbar. Auch das Blutlaugensalz und noch andere Salze werden durch Ammoniak gefällt.

LXXXIX. Apparat zum Neutralisiren des Garancins, von William Mardon in London.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Mai 1856, S. 431.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Dieser Apparat (als Mittheilung am 26. Juli 1855 in England patentirt) dient zum Neutralisiren der in dem Garancin zurückbleibenden Säure durch Ammoniakgas. Das Garancin kommt zu diesem Zweck in einen Behälter mit siebartig durchlöchertem falschem Boden. Unter diesem Boden entwickelt man Ammoniakgas, welches durch das Garancin aufsteigt.

Fig. 10 stellt den Apparat im Grundriß,

Fig. 11 im senkrechten Durchschnitte dar.