Text-Bild-Ansicht Band 140

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durch eine geringere mit einer größern Geschwindigkeit ersetzt werden könnte.

Mehrere Constructeure haben versucht, den Dampfcylinder des Stempelhammers wegzulassen und sich zu dessen Hebung einer liegenden Welle, die durch irgend eine Triebkraft in Bewegung gesetzt wird, und der Hebedaumen zu bedienen. Diese Versuche liefen aber nur darauf hinaus, die wesentlichen Eigenschaften des Hammers aufzuheben, so daß er keine Vorzüge gegen die Helmhämmer mehr hat.

Allerdings gelang es Hrn. Schmerber zu Tagolsheim vor mehreren Jahren, die Stöße der Hebedaumen gegen den Hammer mittelst Kautschuk-Scheiben, welche mit Blechscheiben abwechseln und die am Punkte des Stoßes angebracht sind, sehr zu schwachen, so wie auch die sich bewegende Masse dadurch zu vermindern, daß sie am obern Theile ihres Laufes gegen einen Reitel stößt, der ebenfalls aus abwechselnden Scheiben von Kautschuk und Blech besteht und dessen Wirkungen leicht begreiflich sind.1) Aber die Kautschukscheiben verändern sich sehr bald und erfordern häufige und kostbare Reparaturen.

Man verdankt den HHrn. Guillemin und Minary, Maschinenbauern zu Casamène bei Besançon, die Construction eines Stempelhammers, welcher mit den Vortheilen des Dampfhammers diejenigen des Schmerber'schen vereinigt, während die wenig praktische Benutzung der Kautschukscheiben wegfällt. Diesen neuen, in Fig. 11, 12 und 13 dargestellten Hammer, wollen wir nun beschreiben.

Der Stempelhammer m, m, m, (Fig. 11) endigt oben in einen Kolben p, der sich in einem Pumpencylinder bewegt, dessen Deckel mit einem Ventil s versehen ist, auf welches eine Feder drückt, und das sich von unten nach oben nur unter einem bestimmten Druck öffnet. Eine Druckpumpe f, welche durch ein Excentric an der Treibwelle a in Bewegung gesetzt wird, treibt mittelst einer Röhre t, t, t Oel unter den Kolben. Diese Röhre reicht nur bis auf einige Entfernung unter dem Pumpencylinder, ist aber in dieser Gegend von einer kupfernen Röhre t', t', t' umgeben, die an dem Hammer befestigt ist und die erste Röhre mittelst einer ledernen Büchse umschließt.

Eine kleine Schraube, welche 4 Centimeter unter dem obern Theil der äußeren Röhre angebracht ist, gestattet, sobald der Hammer in Betrieb gesetzt werden soll, die Luft aus der Leitung ausströmen zu lassen, jedoch so, daß zur Vermeidung der Widderstöße ein kleines Luftkissen bleibt.

1)

Mit Abbildungen beschrieben im polytechn. Journal Bd. CXXIII S. 338.