Text-Bild-Ansicht Band 140

Bild:
<< vorherige Seite

benutzen, wofern dieselben ihrer ganzen Länge nach parallele Seiten haben.

Will man nach dieser Methode eine Form anfertigen, so stellt man den Formkasten, wie gewöhnlich, senkrecht, und das kurze Modell, welches den Mantel der Form bilden soll, auf den Boden desselben. Dieses Modellstück ist am obern Ende conisch oder hat eine solche Gestalt, daß der Formsand leicht niederfällt. Der Theil, von welchem dieser conische Theil abgeht, hat eine Reihe von radialen Federstücken, die dem Durchmesser des wirklichen Modells fast entsprechen. Diese Federn oder Rippen wirken als eine leitende Oberfläche für die zum Eindämmen dienende Vorrichtung und für das Formmaterial. Das Modell ist mittelst einer Mittlern Stange aufgehängt, deren oberes Ende an einem Querhaupt befestigt ist. Dieses Querhaupt führt das Modell genau senkrecht und wird durch Kette und Gegengewicht im Gleichgewicht erhalten. In dem Querhaupte dreht sich auch eine kurze horizontale Welle, die mit Kurbeln oder Excentrics versehen ist, von denen zwei oder mehrere Stangen zu einem ringförmigen Stampfer niedergehen, welcher das Modell auf der innern Seite des Formkastens umgibt.

Wenn nun ein Röhrenmantel eingeformt werden soll, so wird die Excentricwelle ununterbrochen von einem paar Winkelrädern umgedreht, welche mittelst einer quadratischen stehenden Welle mit einer Triebkraft in Verbindung stehen. Der Stampfer ist ein kurzer, massiver, an beiden Enden offener Cylinder, der das Modell an dem oberen Ende umfaßt, und dessen innere Oberfläche genau gegen die radialen Federn des Modells paßt. An dem obern Theile des Stampfers ist ein geneigtes, vorspringendes Ringstück angebracht, welches den Kegel an dem Modell gänzlich oder fast berührt, wenn dieses seine höchste Stellung hat und die oberen Kanten der Federstücke bedeckt. Der Sand wird wie gewöhnlich in das Innere des Formkastens geworfen und fällt in das offene obere Ende des Stampfers, von wo er seinen Weg abwärts über die geneigte Oberfläche des Kegels von dem Modell, durch die Zwischenräume der Federn nimmt und direct unter die untere Kante des Stampfers gelangt. Der letztere dämmt nun mit kurzen Stößen den in geringen Mengen auf einmal einfallenden Sand fest, denn vor jedem Stoß fällt eine gewisse Menge zwischen den Federn durch, der dann sogleich festgestampft wird.

Indem nun die Sandform unter dem Stampfer höher wird, so muß letzterer und das mit ihm verbundene Modell aufwärts gehen, bis die Form vollendet ist. Durch Anhängen eines leichtern oder schwerern Gegengewichts an das Querhaupt kann man die Dichtigkeit und Festigkeit des