Text-Bild-Ansicht Band 140

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der Achse dieser Cylinder lagerte eine Welle, welche eine eiserne Harke mit sehr breiten Zinken trüge und durch den Maschinenführer rück- und vorwärts gedreht werden könnte. Bewege derselbe nun die Harte zurück bis an ihren höchsten Stand, so fielen aus dem Trichter die Kohlen unter die Harkenzinken und würden beim Vorwärtsbewegen derselben in die Höhe und unter das brennende Feuer gedrückt. Man rühmte den Effect dieser Vorrichtung sehr, obgleich erst eine Locomotive damit versehen, und diese eine nicht im Betriebe wäre. An den Feuerungen der stationären Werkstattmaschinen, welche ähnliche Apparate besäßen, sey allerdings beim Aufschütten kein Rauch wahrnehmbar gewesen. Die Güterzugmaschinen dieser Bahn brennen bereits Steinkohlen, aber auf gewöhnlichem Roste, und stoßen einen enormen Qualm aus. Die Versuche mit diesem (Dumery'schen) Apparat werden noch fortgesetzt. Auf der Nordbahn dagegen habe man zur Verhütung des Rauches einen gewöhnlichen Treppenrost in die Feuerbüchse gelegt, dessen Vorrost beweglich sey. Bereits fahren einige siebzig Güter- und Personenmaschinen so vorgerichtet, und es sey allerdings nur sehr unbedeutend Rauch zu verspüren, namentlich beim Aufschütten; während der Fahrt nicht, etwas mehr jedoch, wenn beim Anhalten aufgeschüttet würde. Die sich bildende Schlacke fließe reichlich während der Fahrt zwischen den Roststäben ab oder sammle sich auf dem Vorroste, von dem sie durch Drehen desselben abgeworfen werde. Die Dampfspannung werde leicht auf 5–6 Atmosphären erhalten. Das Kupfer des Feuerkastens und der Heizröhren sey in mehreren Monaten durchaus nicht wahrnehmbar angegriffen worden, und auch das Funkensprühen sey kaum vorhanden, wozu besonders der schwache Schlag der Maschine, also das weitgestellte Ausblaserohr, beitragen solle. Man habe nämlich behauptet, daß der Dampf sich schon im Schornsteine condensire, dabei sich an die etwa mitgerissenen Cinderstückchen ansetze und dieselben verlösche. Hr. Veit-Meyer ließ dahin gestellt seyn, ob sich jede Kohle für diese Art der Feuerung eigne, oder ob die günstigen Resultate, welche auf der Nordbahn erhalten worden, nur der Güte der dort verwendeten Kohle zuzuschreiben seyen.

Hr. Garcke ergänzt die obigen Mittheilungen durch Vorlegung einer Zeichnung von den Treppenrosten der französischen Nordbahn und durch Ueberreichung zweier Berichte des Ingenieurs der Betriebsmittel, Hrn. Chobrczynki zu La Chapelle, der erstere vom 10. Juli 1855, der andere vom 12. Juli 1855, in einer deutschen, auf preußisches Maaß- und Gewichtssystem umgerechneten Uebersetzung, von welchen die erste hier folgt: