Text-Bild-Ansicht Band 140

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Bericht an den Betriebsdirector über die Verwendung der Steinkohle statt der Kohks zur Heizung der Locomotiven.

Die immer größeren Schwierigkeiten einer regelmäßigen Kohksbeschaffung, das fortwährende Steigen des Preises derselben, ungeachtet der gleichzeitigen Abnahme ihrer Qualität, haben alle Eisenbahnverwaltungen veranlaßt, für eine Verwendung der rohen Steinkohle zur Locomotivfeuerung, entweder rein oder in einer Mischung mit anderen Brennmaterialien, die geeigneten Maßregeln aufzusuchen.

Die Versuche, welche zu diesem Behufe gemacht wurden, haben bisher keine für die Praxis günstigen Resultate geliefert. Die Verwendung von Steinkohlen allein gelang auf den gewöhnlichen Rosten der Locomotiven nicht, selbst bei großen Feuerbüchsen, wie die von Mac-Connel und Crampton (von 5 Fuß 5 Zoll Länge bei 3 Fuß 4 Zoll Breite) der North-Western Bahn. Die fetten und backenden verstopften die Roste und verlangten einen kräftigen Zug; die mageren fielen durch die Roste oder sie flogen noch brennend in die Rauchkästen und erhitzten die Wände derselben und der Schornsteine einigemale bis zum Rothwerden, wobei sie immer die Feuerröhren verunreinigten.

Die Anwendung eines Gemisches von Steinkohle und Kohks wurde seit einigen Monaten auf mehreren französischen, belgischen und englischen Eisenbahnen versucht, gelang aber noch weniger. Ungeachtet aller Mühe, die man sich bei der Besorgung des Feuers und bei der Auswahl der Steinkohlen gab, war der zur Verbrennung der Kohks nöthige Zug doch zu stark für die Steinkohle; sie flog in den Rauchkasten und verstopfte die Feuerröhren. Außerdem war die Verbrennung der Kohle sehr unvollständig, weil die Schicht des Feuerungsmaterials auf dem Roste beträchtlich hoch gehalten werden mußte, um die Kohks in dieser Mischung anwenden zu können. Fettkohle gab hierbei viel Rauch, magere zerfiel in Staub; man war daher gezwungen, den Verbrauch dieser Mischung wieder aufzugeben.

Auf der Nordbahn nahmen wir diese Versuche seit dem Monat November v. J. auf; sie gaben ein mittelmäßiges Resultat. Darauf versuchten wir es mit einem neuen Treppenroste, und dieß gelang vollständig; wir erhielten dadurch die genügendsten Beweise von der Möglichkeit einer Verwendung der Steinkohle statt der Kohks bei fast allen unseren Locomotiven. Zwei Maschinen, die mit diesen (vorstehend beschriebenen Crampton'schen) Rosten versehen wurden, unterhielten einen