Text-Bild-Ansicht Band 140

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der obere mit einem solchen aus Potasche mit 40 bis 60 Proc. thierischer Kohle, erhalten durch Verkohlung der stickstoffärmsten Rohmaterialien, beschickt, darauf die Flamme zunächst in den oberen Theil des Ofens, nach einiger Zeit von da auch in den unteren Theil, und endlich erst in den unteren, dann in den oberen Theil des Ofens geleitet, was durch geschickt vertheilte Schieber, jedenfalls aber durch eine Gasfeuerung leicht zu erreichen wäre. Die Vortheile dieser Anordnung liegen auf der Hand; es würden nämlich: 1) alle complicirten Röhrenverbindungen wegfallen, da die Erzeugung und Verwendung des Gases in demselben Gefäß geschieht; 2) die Gase absolut gezwungen seyn ihren Weg mitten durch die schmelzende Masse zu nehmen; 3) mit einer Operation sowohl die gasförmigen Producte als die rückständige Kohle verwerthet werden, während bei einer getrennten Verkohlung die verkohlten Stoffe in einer besondern Arbeit nach dem alten Verfahren verarbeitet werden müßten; 4) würden auch die geringsten Rohmaterialien mit Vortheil verarbeitet werden können.

Daß man im obern Theil auch bloß Holzkohle anwenden könnte, ist selbstverständlich. Das Füllen geschieht durch eine Oeffnung in der Decke mit Hülfe eines Sturzes von Eisenblech; das Entleeren mittelst eines geeigneten Schöpfers oder durch ein Abstichloch am Boden. Die Gase würde man am einfachsten frei in den Ofen ausströmen und daselbst verbrennen lassen. Jedenfalls dürfte es zweckmäßig seyn, einen oder vielmehr zwei Rührapparate anzuwenden, von denen der obere mit einer hohlen Achse zu versehen wäre, durch welche die des unteren durchginge, um so nach Belieben die Rührer einzeln in Bewegung setzen zu können.

Da ich inzwischen auf mein unter III. zu beschreibendes, in jeder Beziehung viel versprechendes Verfahren kam, wurde ich verhindert die Versuche hierüber weiter fortzusetzen, und ich gebe mich der Hoffnung hin hierdurch eine Fortsetzung derselben von Seiten anderer zu veranlassen. Das Verfahren ist sehr einfach und einer weiteren Prüfung wohl werth. – Ein sehr einfacher Apparat hierzu bestände aus Folgendem: 1) einem gußeisernen Cylinder (unten geschlossen, oben offen) von etwa 1 1/2 Fuß Länge und 5 Zoll Durchmesser; 2) einem gewöhnlichen Tiegelofen von 11 bis 12 Zoll Durchmesser mit einem ringförmigen Rost, durch den sich der Cylinder auf und nieder bewegen ließe. Die Anwendung ist selbstverständlich. Dieses Princip könnte wohl auch im Großen angewendet werden, indem man die allmähliche Hebung durch einen Krahn bewirkte; die Einrichtung des Ofens würde dadurch bedeutend vereinfacht. Ich füge die Skizze eines derartigen Ofens bei, der mir wesentliche Vortheile vor der ersten Idee zu haben scheint. Derselbe ist in Fig. 13 dargestellt. A das gußeiserne Schmelzgefäß, B der runde Schachtofen, a, a Füchse