Text-Bild-Ansicht Band 140

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von der dahinter liegenden Feuerung, b, b Füchse, die nach der Esse führen; D Gewölbe unterhalb des Ofens, c, c, c Ketten, an denen das Schmelzgefäß hängt; sie würden zweckmäßig durch eine Hebevorrichtung bei D ersetzt werden. Ein Rührer ließe sich leicht anbringen.

Es sind ferner eine größere Anzahl Mittheilungen veröffentlicht worden, welche darauf hinausgehen, den Gehalt des Leuchtgases und der Gase der Kohksöfen an Cyanammonium zur Blutlaugensalzgewinnung zu benutzen, so im polytechn. Journal Bd. CXXV S. 109; Bd. LXVII S. 206; Bd. LXXXVIII S. 313. Daß in den genannten Gasen, resp. den daraus condensirten Flüssigkeiten, Cyanammonium enthalten ist, ist eine ausgemachte Thatsache, ebenso aber auch, daß es nur in äußerst geringen Mengen darin vorhanden. Es ist um so weniger daran zu zweifeln, daß man längst davon Gebrauch gemacht haben würde, wenn ein Gewinn dabei zu erzielen wäre, da das Ammoniak (und Cyanammonium) haltende Theerwasser der Gasanstalten ohnedieß Gegenstand der Verarbeitung in unseren vorzüglichsten chemischen Fabriken ist. Eine Verbesserung dieses Verfahrens ist der Natur der Sache nach nicht möglich, daher genüge diese kurze Andeutung.

Was nun endlich die schon mehrfach erwähnte Gewinnung des Blutlaugensalzes aus dem Stickstoff der atmosphärischen Luft betrifft, so ist dieselbe so vielfach zum Gegenstand besonderer sehr ausführlicher Arbeiten gemacht worden, daß es mich zu weit führen würde näher auf dieselben einzugehen, zumal nach den vorzüglich darüber in Frankreich mit großen Kosten angestellten Versuchen dieses Verfahren, laut den betreffenden Berichten an die Akademie der Wissenschaften in Paris, als aufgegeben anzusehen ist. Bemerken möchte ich nur noch, wie falsch es vom Standpunkt des Fabrikanten ist, zu sagen: „der Stickstoff der Luft kostet nichts.“ So wie ihn der Fabrikant brauchen kann, d.h. frei von Sauerstoff und Kohlensäure und auf einen sehr hohen Hitzegrad gebracht, kostet er allerdings etwas, nämlich Brennmaterial, Arbeit und kostspielige Apparate, und berechnen wir ein Pfd. Stickstoff mit 4 1/6 Sgr. (wenn 12 Pfd. = 1 Ctnr. Rohmaterialien durchschnittlich 50 Sgr. kosten), so ist es sehr fraglich, ob der Fabrikant die entsprechende Menge Luft wohlfeiler in den erforderlichen Zustand versetzen kann. Etwas anderes wäre es freilich, wenn es bei diesem Verfahren gelänge, nahezu allen in Arbeit genommenen Stickstoff in Cyan überzuführen. Die bisherigen Versuche haben aber insgesammt das Gegentheil ergeben. Ich erinnere nur daran, daß das erhaltene Cyan oft nicht mehr betrug, als auch der äußerst geringe Gehalt der Holzkohlen an Stickstoff hätte geben können!

(Der Schluß folgt im ersten Heft des nächsten Bandes.)