Text-Bild-Ansicht Band 138

Bild:
<< vorherige Seite

angestellt werden sollten. Die sechs Drähte waren an diesem Ende der Reihe nach mit 1, 2, 3, 4, 5, 6 und am anderen Ende mit 1', 2', 3', 4', 5' und 6' bezeichnet; durch Hülfsdrähte konnten ferner die Enden 1' mit 2, 2' mit 3, 3' mit 4, 4' mit 5 und 5' mit 6 verbunden werden, so daß der Strom in derselben Richtung nach einander alle sechs Drähte oder einige derselben durchlief, je nachdem man die Hülfsverbindungen anbrachte, was im Versuchsraume leicht zu bewerkstelligen war.

Als Stromerzeuger wurde eine isolirte galvanische Batterie von zwölf Kasten mit je zwölf Elementen benutzt, welche schon seit einigen Wochen angesetzt war.

Erste Versuchsreihe.

Die folgenden Versuche lehren, daß die Eisenhülle des Stranges von Leitungsdrähten dieselben Erscheinungen hervorruft, welche sich zeigen, wenn die mit Gutta-percha isolirten Drähte ins Wasser gesenkt sind, wie bei den Versuchen von Faraday.

Erster Versuch. Das eine Ende der ganzen durch Aneinanderfügung der sechs Drähte gebildeten, 660 engl. Meilen langen Leitung wurde mit einem Pole der Batterie in Verbindung gebracht, während das andere isolirt blieb. Der Draht lud sich mit negativer Elektricität, wenn sein Ende den Zinkpol berührte, und mit positiver Elektricität, wenn dasselbe mit dem Kupferpole in Verbindung stand. Ein nahe bei der Batterie eingeschaltetes Galvanometer zeigte das Vorhandenseyn eines Stromes an, welcher anhielt so lange die Ladung vor sich ging, und aufhörte, sobald dieselbe ihr Maximum erreicht hatte. (Ein schwacher Strom, welcher in Folge mangelhafter Isolation anhielt so lange der Draht mit der Batterie in Verbindung stand, ist hier außer Betracht gelassen.) Wenn der Draht geladen war, und seine Entladung durch Verbindung seines Endes mit der Erde bewirkt wurde, so hatte der entstehende Entladungsstrom stets dieselbe Richtung, die Verbindung mit der Erde mochte an dem der Batterie nächstgelegenen Ende, oder an dem anderen hergestellt werden, d.h. der Strom ging in beiden Fällen von dem Drahte zur Erde in derselben Richtung.

Zweiter Versuch. Wird das eine Ende des Drahtes mit einem Pole der Batterie in Berührung gebracht, während der andere Pol nicht mit der Erde in Verbindung steht, so bleibt der Draht ungeladen. Die Nadel des zwischen der Batterie und dem Drahte eingeschalteten Galvanometers zeigte nur eine schwache, kaum wahrnehmbare Schwankung.