Text-Bild-Ansicht Band 222

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auf die Baumwolle in der eigentlichen Säurestande gegossen; ebenso wird der Reihe nach mit den drei andern Theilen der Salzsäure verfahren. Ist auf diese Weise das ganze Quantum der letztern in die Säurekufe gebracht, so läßt man das Gemenge von Säure und Chlorflüssigkeit wieder 2 Stunden circuliren, wie oben die Chlorflüssigkeit, indem man das fortwährend sich füllende Bassin mittels einer Pumpe in die Säurekufe entleert. Begreiflicher Weise muß bei dieser Art zu bleichen eine äußerst penetrante Chloratmosphäre das ganze Local erfüllen, weshalb Tantin empfiehlt, die Pumpe so einzurichten, daß sie von einem über der Bleiche befindlichen Local aus gehandhabt werden kann. Es wäre hier sicher die Anwendung der so bequemen Rotationspumpe mehr anzurathen und gleichzeitig die Frage aufzuwerfen, ob der ganze Proceß für die Garnbleiche nicht auch in der Weise sich abändern ließe, daß man mit einem verhältnißmäßig geringen Mehraufwand von Chlorkalk das Garn zwischen Chlorbad und Säurebad leicht waschen würde, wie es in den Bleichereien der Baumwollgewebe aus Rücksicht für die Gesundheit der Arbeiter längst eingeführt ist.

Nach 24stündigem Liegen in der Säure wird die Baumwolle heraus genommen und mit größter Sorgfalt gewaschen, von Hand oder mit der Waschmaschine. Immerhin kann der Baumwollfaden noch eine Spur Säure und Chlor zurückhalten, welche mit Antichlor entfernt werden müssen. Nachdem hierfür das unterschwefligsaure Natron vorgeschlagen worden, hat sich gezeigt, daß dasselbe zwar jede Spur von Chlor wegnimmt, daß es aber leicht zur Bildung von Säuren Veranlassung gibt, welche der Cellulose gefährlich sind. Kolb hat deshalb als Antichlor das Ammoniak vorgeschlagen, welches Säure und Chlor zugleich unschädlich macht. Das Garn wird zu Büscheln zusammengefaßt und in ganz schwaches Ammoniakwasser (auf 1000 Th. Wasser 1 Th. flüssiges Ammoniak vom spec. Gew. 0,923 oder ungefähr 500g desselben auf 100k Baumwolle) eingetaucht, wiederholt gewaschen und für die weitere Bearbeitung sorgfältig ausgewunden. (Nach dem Moniteur industriel belge, 1876 S. 378.)

Kl.

Bestimmung der Ameisensäure.

Zur volumetrischen Bestimmung der Ameisensäure schlagen Portes und Ruyssen (Comptes rendus, 1876 t. 82 p. 1504) folgendes Verfahren vor. 5g essigsaures Natrium werden mit 2g,5 des zu untersuchenden Gemisches, 9g Quecksilberchlorid und 220cc Wasser im Wasserbade erhitzt. Nach etwa 1 1/2 Stunden ist die Ameisensäure oxydirt und eine entsprechende Menge Quecksilberchlorid in Chlorür übergeführt. Die Flüssigkeit wird nun auf 500cc verdünnt, filtrirt und das noch vorhandene Quecksilberchlorid mit Jodkaliumlösung bestimmt. Das so erhaltene Resultat fällt um 1/4 zu gering aus.

Kunze's Pappentrockenmaschine.

Die in diesem Bande S. 224 beschriebene Pappentrockenmaschine ist von Wilhelm Kunze, Maschinenfabrikant in Berthelsdorf bei Freiberg in Sachsen patentirt worden; u.a. ist eine dieser Maschinen in Berthelsdorf, eine andere bei Düsseldorf zum Trocknen von Holzpappe im Gange. – Ueber den Erfindungsanspruch des Fabrikanten L. L'Huillier-Jouffray in Vienne (Isère) liegt eine weitere Mittheilung noch nicht vor.

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Berichtigung. In der Miscelle (Die organischen Keime in der Atmosphäre) Bd. 221 S. 285 Z. 10 v. o. ist zu lesen Leeuwenhoek statt „Leuwenhök“.