Text-Bild-Ansicht Band 224

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Theilen des Continentes die Sitte, auch die größten und dicksten Sägen durch Biegen der Zähne an der Zahnlinie etwas dicker zu machen, d. h. zu schränken, was deshalb nothwendig ist, weil der Sägeschnitt breiter sein muß, als das Sägeblatt dick ist, damit sich das letztere nicht klemmt und erhitzt. Bei diesem Schränken findet das Ausbiegen der Zähne senkrecht zu der Richtung statt, nach welcher das Blatt gewalzt ist, und dabei geschieht es nicht selten, daß derselbe Zahn einmal nach einer und das andere Mal nach der andern Seite ausgebogen wird. Wenn diese Zähne dann ausbrechen oder „aus der Spitze spalten“, so kann dies nicht überraschen. Die Amerikaner haben nun schon seit langer Zeit die deutsche Schränkung aufgegeben und auf Grund der Eignung des Stahles, sich stauchen oder treiben zu lassen, namentlich bei den Kreissägen ausschließlich das Stauchen der Zähne, d. h. das Verbreitern der obern kurzen Sägezahnkanten an Stelle des Schränkens gesetzt. Dabei bleiben die Zähne in der natürlichen Stellung übereinstimmend mit dem Verlauf des Blattes und werden nur an der Spitze dicker als das Blatt. Das Instrument, welches zum Stauchen der Zähne dient (swaging), hat die verschiedensten Einrichtungen erfahren. Dabei ist jedoch stets der Meißel, auf dessen Kopf mit dem Hammer Schläge ausgeübt wurden, an seiner untern Seite mit einer einem dreiseitigen Prisma entsprechenden zweiflächigen Vertiefung ausgerüstet. Das Stauchen selbst wird bis auf die 1½fache Blattstärke getrieben und die Stauchung erstreckt sich bis auf 5mm von der Spitze in die gewöhnliche Blattfläche hinein. Während des Stauchens wird das Sägeblatt in einen beliebigen Klemmapparat eingespannt; der Arbeiter setzt das Setzinstrument auf den Zahn und gibt nun einen oder ein paar Schläge. Je stärker der Stoß, desto mehr wird sich die Austreibung der Zahnwurzel nähern, und neben der Verbreiterung der Zahnschneide wird gleichzeitig eine sehr nützliche Verdichtung derselben erreicht. Zweckmäßig ist es, wenn das Setzinstrument nicht blos die. Stauchung vermittelt, sondern auch die Verbreiterung der Zahnschneide begrenzt; aber selbst in dem letztern Falle ist ein Nacharbeiten mit einer Schlichtfeile geboten. Das Gewicht des Hammers soll etwa 700g betragen; Hauptsache ist ein solides Einspannen des Blattes, damit dasselbe bei der Arbeit nicht dröhnt.

Die Figuren 15 bis 17 stellen Seitenansicht, Grundriß und Längsschnitt eines solchen Werkzeuges zum Stauchen der Sägezähne vor (vgl. Figur V Texttafel B in Bd. 217). Ein stählerner Stempel g trägt an seiner untern Fläche zwei Vertiefungen, von denen die eine in der Figur 16 von gekrümmten Flächen, die andere neben ihr liegende (in der Figur unter ihr stehende) von ebenen Flächen gebildet