Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

siedende Fraction abscheiden, von welcher der größte Theil bei 162° siedete. Die fast farblose, das Licht stark brechende, nach Bittermandelöl riechende Flüssigkeit wurde als Furfurol erkannt.

Durch Behandlung des rohen Oeles mit Natronlauge gelang es ferner, lange, orangegelbe Nadeln von Pyroxanthin abzuscheiden, welche bei 162° schmelzen, sowie etwas Brenzschleimsäure und eine kleine Menge eines stark nach geräucherten Fischen riechenden Oeles, das sich leicht mit Wasserdämpfen verflüchtigt.

Ueber die Ausfällung des Kalkes durch kohlensaure Alkalien.

E. Drechsel (Journal für praktische Chemie, 1877 Bd. 16 S. 169) zeigt, daß die Abscheidung des Kalkes bei gewöhnlicher Temperatur schon nach 15 Minuten eine vollständige ist, wenn man durch Schütteln während dieser Zeit den Krystallisationsproceß beschleunigt; daß es ferner gleichgiltig ist, ob man zur Fällung kohlensaures Natron oder kohlensaures Ammon anwendet, ob Ammoniak vorhanden ist oder nicht. Es ist darauf zu sehen, daß anfangs nur ein geringer Niederschlag vorhanden ist, in Gegenwart des überschüssigen kohlensauren Alkalis. Der Niederschlag wird dann schon nach 3 bis 5 Minuten langem Schütteln völlig krystallinisch, und die spätern Niederschläge werden, wenn man sie heftig mit ihm durchschüttelt, fast augenblicklich krystallinisch. In alkalischen Flüssigkeiten ist der kohlensaure Kalk fast völlig unlöslich.

Bestimmung von Zink, Blei und Kupfer durch Elektrolyse.

Nach einer Mittheilung von Parodi und Mascazzini (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1098) kann Zink, zur quantitativen Bestimmung desselben, auf elektrolytischem Wege in fester zusammenhängender Form auf einem Platindraht abgeschieden werden, wenn das Metall sich als Sulfat in Lösung befindet und letztere einen Ueberschuß von Ammoniumacetat enthält. Eisen und Blei müssen zuerst aus der Lösung entfernt werden. Eine sehr geringe Menge von Blei befördert übrigens die zusammenhängende Abscheidung des Zinks. Die Versuche wurden direct mit Zinkerzen angestellt, und die Resultate zeigten mit andern auf gewichtsanalytischem Wege erhaltenen Proben genügende Uebereinstimmung. Aus derselben Lösung kann zuerst das Kupfer und dann nach Zusatz von Ammoniak und Essigsäure das Zink elektrolytisch abgeschieden werden. – Nach vorläufigen Versuchen ist es den Verfassern auch gelungen, das Blei in fester Form abzuscheiden, wenn es bei Gegenwart von essigsaurem Alkali sich als Tartrat in alkalischer Lösung befindet.

Mittels eines aus zwei dünnen Drähten bestehenden Zinkplatinelementes wird das Kupfer aus sehr verdünnten Lösungen seiner Salze als schwärzlicher Ueberzug auf dem Platindraht abgeschieden. Setzt man den mit Wasser gewaschenen, aber nicht getrockneten Ueberzug nach L. Cresti einige Augenblicke einem Gemenge von Bromwasserstoff- und Bromdampf aus, wie man es durch Zersetzung von Bromkalium mittels mäßig concentrirter Schwefelsäure erhält, so nimmt der Kupferüberzug eine tief violette Farbe an, welche namentlich dann zu erkennen ist, wenn man den Platindraht auf einer Porzellanplatte abstreicht. Verfasser halten die violette Flüssigkeit für eine Lösung von Kupferbromür in Bromwasserstoff. Die Reaction ist sehr empfindlich, und es genügen einige Cubikcentimeter einer 1 Milliontheil Kupfer enthaltenden Lösung, wenn man das Zinkplatinelement 12 Stunden lang einwirken läßt.