Text-Bild-Ansicht Band 226

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in Figur 47 punktirte Weite hätte. Hieraus folgt, daß für die Pressung im Regulator die engste Stelle der Luftleitung maßgebend ist. Es tritt also nur dann kein Pressungsverlust ein, wenn in der ganzen Leitung zwischen Regulator und Hohofen keine Stelle vorhanden, die enger ist als die Summe der Düsenquerschnitte.

Gehen wir nun über zur Betrachtung der Verhältnisse, welche eintreten, wenn man die Gebläseluft auf ihrem Wege vom Regulator zum Hohofen erhitzt. Hier haben wir zwei Fälle zu unterscheiden, von denen indessen nur der zweite in der Praxis zutrifft. Entweder die Luft kommt mit derselben Temperatur, bis zu welcher sie erhitzt worden ist, zum Hohofen, oder sie erleidet unterwegs eine Temperaturabnahme. Untersuchen wir zunächst den ersten Fall. Hierbei kommt in Betracht, daß die Luft beim Erwärmen das Bestreben zeigt, sich bedeutend auszudehnen, beispielsweise bei 300° schon auf das doppelte Volum. Wird sie nun an dieser Ausdehnung gehindert, dadurch daß sie sich in einem geschlossenen Raume befindet, so steigt natürlich ihre Pressung.

A) Wenn man in Figur 43 die durch die Röhre bc passirende Luft an irgend einer Stelle erhitzt, so tritt also derselbe Fall ein, als wenn man ohne Erhitzung die Röhre verengt, wie dies in Fig. 44 dargestellt ist, und es entsteht in der ganzen Leitung von r bis c eine gleichmäßige Steigerung der Pressung.

B) Erhitzt man in Fig. 44 die Röhre bc, so entsteht, außer der durch die Verengung bei c schon bedingten, noch eine gleichförmige Pressungszunahme von r bis e; dasselbe findet statt beim Erhitzen einer beliebigen Stelle von de.

C) Erhitzt man die Röhre de in Fig. 46, so wird je nach der Temperatur der durch die Erweiterung der Röhre bei d entstandene Pressungsverlust entweder vermindert, ganz aufgehoben, oder es entsteht sogar eine Pressungszunahme, als ob die Röhre die Gestalt der Figur 47 annähme. Dasselbe Resultat erreicht man durch Erwärmen der Röhre de in Fig. 46.

Wir sehen also, daß die Erhitzung der Gebläseluft an und für sich, weil sie die Pressung stets bis zur Düse steigert, etwaige Pressungsdifferenzen nie vergrößert, sondern unter Umständen sogar vermindert oder ausgleicht.

Gehen wir schließlich über zu dem Verhältniß, wie es in der Wirklichkeit stattfindet. Es ist selbstredend, daß die Luft in dem Theile der Leitung, welcher sich zwischen der erhitzten Stelle und dem Orte befindet, wo sie die Leitung verläßt, eine Abkühlung erleidet. Diese Abkühlung veranlaßt ein Zusammenziehen der Luft. Hieraus folgt, daß, wenn der