Text-Bild-Ansicht Band 226

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dazwischenliegende Leitung in dicker Schicht mit schlechten Wärmeleitern; geschieht dies schon zu dem einen Zwecke, möglichst wenig Temperatur zu verlieren, so sei man in dieser Beziehung um so vorsichtiger, als damit zugleich der andere Zweck erreicht wird, die Pressung zu conserviren.

Wie auf jede körperliche Bewegung, so übt auch auf diejenige der Luft in Rohrleitungen die Reibung einen wesentlichen Einfluß aus. Bewegt sich eine Luftsäule in einem ringförmig geschlossenen Raum, so tritt einmal, da wo die einzelnen Lufttheilchen mit der Umfassung in Berührung treten, Reibung ein, außerdem aber kann dies der Fall sein im Innern der Luftsäule selbst, durch Verschiebung der Lufttheilchen unter sich. Der hemmende Einfluß der Reibung ersterer Art auf die Bewegung ist gewöhnlich der überwiegende. Wie bekannt, wirkt die Reibung, indem sie die Bewegung in Wärme übersetzt, die ausübende Kraft also in anderer Form zur Erscheinung bringt. Die Thätigkeit der Gebläsemaschine erzeugt zunächst in der Luftleitung einen gewissen Grad von Geschwindigkeit bezieh. Pressung, welche in dem Maße, wie die Luft sich reibt, theilweise aufgehoben wird, d.h. ein Theil dessen, was sich vordem als Pressung geäußert hat, wird während des Durchganges der Luft durch die Leitung nach und nach in Wärme verwandelt; der Zweck, zu welchem die Gebläsemaschine thätig war, geht also zum Theil durch die Reibung verloren.

Wird Luft aus dem Regulator r (Fig. 52) durch die Leitung bc geblasen, so ist zunächst einleuchtend, daß erstere sich an den Wänden der Leitung um so weniger reiben wird, je weniger Unebenheiten diese Wände darbieten; hieraus folgt, daß das Material, aus welchem die Leitung hergestellt wird, möglichst glatt bearbeitet werden muß; ferner ist natürlich, daß die Reibung an den Wänden um so geringer sein wird, je kleiner das Verhältniß des Umfanges zum Querschnitt der Leitung ist. Die günstigste Form für Luftleitungen ist, wie bekannt, die cylindrische; man mache die Leitungen so weit, wie es die übrigen Constructionsverhältnisse gestatten. Hierdurch wird erreicht, daß die Geschwindigkeit der Luft mäßiger ist. Bei dem großen Verhältniß der von den Hohöfen in der Zeiteinheit gebrauchten Luftmengen zur Weite der Leitungen hat die Geschwindigkeit einen ganz bedeutenden Einfluß auf die Reibung; je mehr man die erstere vermindert, um so geringer wird letztere.

Für kalte Luft ist, wie sich aus Vorstehendem ergibt, eine cylindrische Form der Leitung, mit unveränderter Weite zwischen Regulator und Düse, die günstigste. Wird die Luft unterwegs erhitzt, so ändert sich dieses Verhältniß. Da die Luft sich durch die Erhitzung ausdehnt, so vermehrt sich, wenn man den Querschnitt der Leitung nicht gleichzeitig