Text-Bild-Ansicht Band 226

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vergrößert, mit der Pressung auch die Geschwindigkeit und in Folge dessen die Reibung. Wird in Figur 53 die Luft in der Röhre bc bei α erhitzt, so muß man deshalb auch von da ab die Röhre erweitern und zwar in demselben Verhältniß, wie der Raum größer wird, den die erhitzte Luft, ohne ihre Pressung zu vermehren, beansprucht. Hierdurch erzielt man, daß die Geschwindigkeit trotz der Erhitzung dieselbe bleibt. Da eine Verminderung der Geschwindigkeit durch Zusammenziehen der Luft in Folge etwaiger darauffolgender Abkühlung die Reibung vermindert, so braucht hierauf keine Rücksicht genommen zu werden. Man läßt der Leitung die ihr nach dem Erhitzen gegebene Weite bis zu der Stelle, wo der Wind sich nach den einzelnen Düsen abzweigt. Um die Verschiebung der einzelnen Lufttheilchen unter sich zu vermeiden, ist es am zweckmäßigsten, wenn die Luft nicht erhitzt wird, der Leitung die Form eines geraden Cylinders wie in Fig. 52 zu geben. Die ganze Luftsäule verschiebt sich in diesem Falle einfach an den Wänden und in ihrem Innern herrscht möglichste Ruhe. Wird die Luft erhitzt, so ist auch wieder die Form Figur 53 die vortheilhafteste, weil die Lufttheilchen der durch die Erhitzung veranlaßten Ausdehnung ungehindert folgen können. Errichtet man in Fig. 52 an irgend einer Stelle α der Röhre bc eine Wand, welche die Röhre theilweise schließt, so wird beim Anprall der von r herkommenden Luft gegen dieselbe ein Wirbel entstehen, also eine Bewegung der Lufttheilchen in sich. Die ähnliche Erscheinung tritt ein, wenn man der Leitung die in Fig. 54 angedeutete Winkelform gibt. Der Stoß der Luftsäule bc gegen die Fläche αβ erzeugt eine plötzliche Störung im Fortschreiten der Luftmasse, Bewegung der einzelnen Theilchen in sich und in Folge dessen Reibung. Will man Aenderungen in der Richtung eintreten lassen, so wähle man dazu einen rechtwinkligen Krümmer (Fig. 55). Von allen Formen, die man Leitungen geben kann, ist, wenn die Richtung geändert werden soll, die Bogenform die geeignetste, weil bei ihr jeder plötzliche Uebergang vermieden wird. Verengungen in der Leitung, dort wo sie aus besonderen Gründen angebracht werden müssen, mache man deshalb nie plötzlich (Fig. 56), sondern stets, wie in Fig. 57 angegeben. Dort, wo die einzelnen Rohrstücke zusammenstoßen, sorge man dafür, daß die Stöße vollständig glatt sind, daß also von keinem Rohr innerlich Theile gegen das andere vorstehen.

So einfach und selbstverständlich viele der hier gegebenen Vorschriften erscheinen, so sind doch bis jetzt überall mehr oder weniger grobe Verstöße gegen dieselben gemacht worden. Fast alle bis jetzt angewendeten Röhrenapparate sind damit behaftet. Sowohl auf die Querschnitte, als auf die