Text-Bild-Ansicht Band 226

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und Lackmus titrirt. Zur Bestimmung des unterschwefligsauren Kalkes wurde in einer andern Probe das Mehrfach-Schwefelcalcium und das Schwefelwasserstoff-Schwefelcalcium mit Chlorzink gefällt und das Filtrat ebenfalls mit Jod titrirt. Die erhaltenen Resultate finden sich in folgender Tabelle zusammengestellt, in welcher angegeben ist, wieviel von 100 Th. in der Lösung vorhandenem und an Schwefel gebundenem Calcium als Mehrfach-Schwefelcalcium, und unterschwefligsaurer Kalk gefunden wurde.

Textabbildung Bd. 226, S. 413

* Die Probe zu dem 4. Versuch wurde in geringerer Tiefe als wie die vorhergehenden genommen; deshalb war hier die Oxydation bereits weiter vorgeschritten.

Wie man sieht, enthalten die Sodarückstände im Innern des einige Monate alten Haufens im Augenblick der Probenahme vorzugsweise Schwefelwasserstoff-Schwefelcalcium mit verhältnißmäßig nur wenigem oder auch, wie im dritten Versuch, gar keinem Polysulfuret. Sobald aber die Rückstände vom Haufen abgeschlagen und der Einwirkung der Luft ausgesetzt werden, tritt rasche Oxydation ein, und zwar bildet sich anfänglich namentlich Mehrfach-Schwefelcalcium (CaS, HS + O = CaS₂ + HO) und wenig unterschwefligsaurer Kalk, dessen Entstehung man entweder aus dem Schwefelwasserstoff – Schwefelcalcium (CaS, HS + 4O = CaO, SO₂ + HO oder H₂CaS₂ + 4O = CaS₂O₃ + H₂O) oder, was wahrscheinlicher ist, aus dem Zweifach-Schwefelcalcium annehmen kann (CaS₂ + 3O = CaO, SO₂). In der That nimmt die Menge des Mehrfach-Schwefelcalciums im weitern Verlauf der Oxydation ebenfalls ab, während eine rasche Vermehrung des unterschwefligsauren Kalkes eintritt. Hiernach muß man annehmen, daß die Reaction, welche im Innern des Haufens stattfindet, weniger eine Oxydation als vielmehr