Text-Bild-Ansicht Band 226

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einer oder der andern Weise verwerthet werden können. So enthalten die Wurzeln derselben eine stärkeähnliche Substanz, die in Glycose und Alkohol verwandelt werden kann, außerdem aber eine beträchtliche Menge von Tannin, das in Gerbereien mit Vortheil verwendet werden dürfte. Die Wurzeln der Hopfenpflanze liefern nach P. L. Simonds auch einen guten Stoff zur Fabrikation von Papier und Carton. Die Stengel der Hopfenpflanze besitzen ebenfalls viele werthvolle Eigenschaften. Man gewinnt aus ihnen in erster Reihe ein vegetabilisches Wachs, ferner einen Saft, aus dem sich eine rothbraune Farbe herstellen läßt. Die Asche von Hopfenstengeln soll bei der Fabrikation böhmischer Glaswaaren Verwendung finden. Auch die Stengel sollen ferner eine gute Papiermasse abgeben und eine geschmeidige Faser enthalten, welche sich leicht von den holzigen Theilen trennt und wovon sich Seile und rohe Webstoffe von außerordentlicher Festigkeit herstellen lassen. Von der gebleichten Faser sind auch Teppiche mit weißen und grauen Streifen gemacht worden. Es sind dies aber nur Nebennutzungen, die noch keinerlei Ausdehnung, allgemeinere Anwendung und Bedeutung erlangt haben und daher auf den Betrieb der Hopfencultur bisher ohne allen Einfluß geblieben sind. Wie gesagt, hat der Hopfenbau bisher nur Schritt für Schritt mit der Zunahme des Bierverbrauches und der Bierproduction an Ausdehnung und Verbreitung gewonnen, und es werden diese Verhältnisse wohl auch in nächster Zeit keine Aenderung erleiden, abgesehen davon, daß es gelingt, einen wohlfeilen Ersatz für den Hopfen zu finden, was aber bisher wohl kaum versucht ist und auch nicht so leicht gelingen dürfte.

Der Hopfenbau ist gegenwärtig über die meisten bedeutenderen Agriculturstaaten der Welt verbreitet. Nur in Afrika und Asien hat derselbe bisher keinen Platz gefunden. Bei den klimatischen Verhältnissen Afrikas, die dem Hopfenbau ebenso ungünstig als mit wenigen Ausnahmen auch der Bierbrauerei sein dürften, kann das Fehlen des Hopfenbaues in Afrika am Ende nicht grade unbegreiflich erscheinen. Anders stehen die Verhältnisse allerdings theilweise in Asien, wo der Hopfenbau daher auch jedenfalls eine Zukunft hat und sich ebenso rasch einbürgern dürfte wie in Australien, wo die Hopfencultur vor wenigen Jahren ebenfalls noch eine unbekannte Sache war. Es liegen auch schon bestimmte Nachrichten darüber vor, daß man mit der Absicht umgeht, den Hopfenbau in Asien einzubürgern. So nämlich in Japan, dessen Boden und klimatische Verhältnisse der Cultur des Hopfens stellenweise sehr günstig sein sollen. Keese von Cooperstown, N. Y., soll bereits auf Ersuchen des gewesenen Ackerbauministers von Japan, Horace