Text-Bild-Ansicht Band 226

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In Deutschland ist gegenwärtig der Hopfenbau über Bayern, Württemberg, Elsaß, Preußen, Baden, Deutsch-Lothringen, Sachsen, Hessen-Darmstadt und Braunschweig in größerer Ausdehnung verbreitet. Bayern producirt von sämmtlichen deutschen Hopfenbauländern die größten, Braunschweig die geringsten Hopfenmengen. Noch in einigen anderen nicht angeführten kleineren deutschen Staaten wird Hopfen producirt, jedoch nur vereinzelt und in so geringem Umfange, daß dieselben als Hopfenproducenten keine Rolle spielen und daher füglich übergangen werden können. Die gesammte in Deutschland mit Hopfen bebaute Fläche beträgt, wie oben angeführt, etwa 38000ha, die jährliche Production im Durchschnitt der letzten Jahre ungefähr 478000 Ctr., oder beiläufig:

67 Proc. der Gesammtproduction des europäischen Continentes,
46 „ „ „ Europas, oder
39 „ „ „ aller Hopfenbau treibenden Länder der Welt.

Den jährlichen Hopfenverbrauch kann man im Durchschnitt der letzten Jahre auf beiläufig 322000 Ctr. veranschlagen, so daß im Mittel jährlich gegen 156000 Ctr. zur Ausfuhr erübrigen. Deutschlands Hopfenhandel hat daher auch bereits seit Jahren eine bedeutende Ausdehnung über die eigenen Grenzen hinaus erlangt. Die Ausfuhr deutscher Hopfen richtet sich namentlich gegen Großbritannien und Frankreich, betrifft fernerhin Belgien, Oesterreich-Ungarn, Rußland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Südamerika und die Vereinigten Staaten. Der Werth der in den letzten Jahren nach Großbritannien ausgeführten Hopfen betrug im Jahresdurchschnitt gegen 4000000 M. Frankreich erhielt aus Deutschland in den letzten 10 Jahren durchschnittlich jährlich gegen 900t im Werthe von fast 3000000 M., Belgien in demselben Zeitraume alljährlich für 8–900000 M., Oesterreich-Ungarn im Werthe von fast 300000 M.; im Durchschnitt der letzten 5 Jahre:

Rußland über 15000 Ctr. Hopfen im Durchschnittswerthe von 2200000 M.
Schweden gegen 4000 „ „ „ „ „ 500000 „
Norwegen „ 3000 „ „ „ „ „ 400000 „
Dänemark „ 6000 „ „ „ „ „ 800000 „
Br. Staaten „ 9000 „ „ „ „ „ 1300000 „

Summirt man, um einen annähernden Begriff von der Geldsumme zu erhalten, die alljährlich durch Hopfenexport Deutschland von dem Auslande zufließt, die vorstehenden Durchschnittswerthe, so erhält man einen Betrag von etwa 16000000 M., der übrigens in Anbetracht dessen, als die Bierproduction und mit ihr der Hopfenverbrauch in den vorbezeichneten Ländern in steter Zunahme begriffen sind, sogar noch eine bedeutende Steigerung erfahren kann.