Text-Bild-Ansicht Band 226

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Die Festschrift, gewidmet den Besuchern der internationalen Ausstellung von Hopfen zu Nürnberg 1877 (Nürnberg. Verlag der Allgemeinen Hopfenzeitung), der wir diese Angaben entnehmen, bespricht dann ausführlich die Hopfenbauverhältnisse der einzelnen Länder und bringt beachtenswerthe Arbeiten von P. Sorauer: Ueber die Krankheiten der Hopfenpflanze, und von Taschenberg: Ueber die dem Hopfen schädlichen Insecten, auf die hier nur verwiesen werden kann.

Cavayé's Verfahren zur vortheilhafteren Ausnutzung des Maises durch Ausscheidung des Oeles und Verbesserung der Mehlsubstanz.

Mit Abbildungen auf Taf. X [a.c/3].

Um das in dem Keim- oder Samenlappen des Maises enthaltene Oel zu gewinnen, schrotet Cavayé in Lavour (Dep. Tarn, Frankreich) das Korn zunächst zwischen horizontal laufenden Mühlsteinen, trennt dann mittels besonderer Apparate die Keime von den mehlhaltigen Theilen und mahlt sie zwischen verticalen Mühlsteinen zu einem Teig, aus welchem schließlich durch hydraulische Pressen das Oel ausgedrückt wird. Die mehlhaltigen Theile werden in gewöhnlichen Mahlgängen zu Mehl vermahlen. Durch dieses Verfahren erhält man die größtmögliche Ausbeute an Oel und ein ölfreies Mehl, welches sich wie gewöhnliches Getreidemehl hält und sehr vortheilhaft zur Brodbereitung verwendet werden kann.

Nicht minder günstig sind die Resultate dieses Verfahrens bezüglich der Branntweinbrennerei. Bisher setzten die Destillateure das gemahlene Maiskorn ohne vorherige Entfernung der Keime dem Gährungsproceß aus – ein Verfahren, welches ernste Uebelstände nach sich zog; denn das im Keimlappen enthaltene Oel hindert die vollständige Ausgährung des Mehles und hat einen gewissen Verlust an Alkohol zur Folge; auf der andern Seite theilt das aus dem ölhaltigen Theile des Maises sich entwickelnde Oel den für die Destillation bestimmten Flüssigkeiten, mit denen es gemengt ist, einen üblen Geruch und Geschmack mit, der sich in dem daraus gewonnenen Alkohol wieder findet. Dieser doppelte Uebelstand ist bei Cavayé's Verfahren beseitigt. Dabei liefert dasselbe ein für Beleuchtungs- und andere Zwecke ausgezeichnetes Oel und nebenbei Oelkuchen als ein vortreffliches Mastfutter.

Der in Rede stehende Trennungsproceß kann auf trockenem oder