Text-Bild-Ansicht Band 226

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voraussichtlich nicht abnehmen, selbst wenn das Silber noch mehr im Preise sinken sollte, als in den letzten Jahren der Fall war, da die eigentlichen Productionskosten der reichen Bergwerke, aus denen der größere Theil des gewonnenen Silbers entnommen wird, so niedrig sind, daß auch ein ungewöhnlich tiefer Stand des Silberpreises eine Beschränkung des Betriebes nicht nothwendig zur Folge haben müßte. Späterhin wird sie zwar abnehmen, immerhin sich aber dauernd auf einer ansehnlichen Höhe erhalten.

Die Goldproduction wurde namentlich in den 50 er Jahren dieses Jahrhunderts in Folge der Entdeckung goldreicher Gebirgsseifen gehoben und ist, nachdem die letzteren mehr und mehr erschöpft sind, wieder gesunken. Aber auch sie wird sich voraussichtlich noch lange auf einem ansehnlichen Niveau erhalten, da Gold als Nebenbestandtheil von Erzen bei der Verhüttung der letzteren in zunehmendem Betrage gewonnen wird, auch die goldhaltigen Gebirgsgänge noch lange Zeit bebaut werden können, ehe sie erschöpft werden möchten.

Das relative Werthverhältniß zwischen Gold und Silber ist weniger von den Gewichtsmengen abhängig, welche von diesen Metallen in einem gewissen Zeitraume gewonnen werden, als vielmehr in erster Linie von der Stärke des Verbrauches. Man schätzt bekanntlich die Jahresproduction von Silber zu Ende des 18. und bei Beginn des 19. Jahrhunderts auf 40 Millionen Dollars an Werth, die des Goldes auf 15 Millionen, mit anderen Worten: es nahm damals Silber mit 72,2 Proc., Gold mit 27,8 Proc. an dem Gesammtwerthe der Gewinnung von Edelmetall Antheil. Im J. 1846 stellte sich dieses Verhältniß auf 52,3 Proc. Gold und 47,7 Proc. Silber. Trotzdem hatte sich gegen 1800 der relative Werth beider Metalle kaum verändert, indem das Werthverhältniß 1800 wie 1 : 15,42 und 1846 wie 1 : 15,66 stand. Im J. 1853 wird die Goldproduction der Erde auf 165 Millionen, die Production von Silber aber auf nur 70 Millionen Dollars angegeben, und dennoch stand das Werthverhältniß beider Metalle zu einander wie 15,83 : 1, also zu Gunsten des Goldes, welches damals zu Münzzwecken sehr begehrt wurde.

Verhütung von Kesselsteinbildungen.

J. Riley hat sich ein Gemisch gegen Kesselstein Patentiren lassen, bestehend aus Wallnußrinde, Aetznatron, Sodaasche und Eichenrinde. Auch dieses Gemenge ist weder neu, noch empfehlenswerth (vgl. 1876 220 179).

Zur Reinigung gypshaltiger Wässer.

Wanklyn (Journal des fabricants de papier, 1877 p. 384) empfiehlt Wässer, welche schwefelsaures Calcium und Magnesium enthalten, mit Natriumbicarbonat und mit Kalk zu versetzen. Es entsteht zunächst Calciumbicarbonat und schwefelsaures Natrium; durch den Zusatz von Kalk wird dann kohlensaures Calcium und Magnesium gefällt.

Dieses Verfahren dürfte kaum einen Vorzug vor der billigeren Reinigung mit Soda (1876 220 373) haben.

Sauerstoffgehalt des Meerwassers.

Der Chemiker der Challenger-Expedition J. Y). Buchanan (Chemical News, Juli 1877 Bd. 36 S. 6) hat in einer der letzten Sitzungen der Royal Society in Edinburgh Mittheilungen über seine Versuche zur Bestimmung der im Meerwasser gelösten Luft gemacht.

Nach Beschreibung der von ihm angewendeten Schöpfflasche, welche es gestattet, aus jeder beliebigen Tiefe Wasser heraufzuholen, sowie der innern Einrichtung an Bord des Challenger, kommt er zu den Resultaten, welche sich aus seinen Untersuchungen ergeben haben, und die wir kurz zusammenfassen: Die absolute Menge Sauerstoff und Stickstoff, welche das Meerwasser fähig ist aufzunehmen, ist geringer