Text-Bild-Ansicht Band 226

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Ueber die Zusammensetzung des Hafers.

L. Grandeau (Journal d'agriculture, 1876 p. 803) hat eine große Anzahl Hafersorten untersucht. Aus seinen Analysen geht hervor, daß der Nährwerth des Hafers keineswegs im Verhältniß zu seinem specifischen Gewicht steht, daß ein Hafer, von dem 1hl 50k wiegt, nicht immer besser ist als ein solcher von 40k.

Darstellung von Bleiweiß und Zinkweiß.

Cookson will den Regen einer Lösung von essigsaurem Blei mit Kohlensäure behandeln; unter Umständen wird dieser Bleiacetatlösung Mennige zugesetzt.

Zur Darstellung von Zinkweiß will H. Knight schwefelsaures Zink mittels Calciumsulfid niederschlagen. P. Thomas schlägt dagegen vor, Zinkabfälle, Zinkerze u. dgl. in Salzsäure zu lösen, die Flüssigkeit mit Kalk zu fällen und den Niederschlag zu glühen. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1757, 1758 und 1759.)

Directes Schwarz.

Unter diesem Namen bringt die Firma Wattine-Delespiere in Lille einen Schwarzteig in den Handel, für welchen sie ein Patent genommen hat. Das Album du Teinturier theilt mit, daß derselbe bereitet wird, indem die Abkochung von 60k Blauholz mit 7k Salzburger Vitriol niedergeschlagen wird. Der Niederschlag wird in einer genügenden Menge Oxalsäure aufgelöst und dient alsdann zum Schwarzfärben von Wolle und Wollstoffen, welche ungefähr 2 Stunden in der kochend heißen Lösung hantirt werden. Zuletzt wird mit Soda neutralisirt, worauf die Wolle schwarz gefärbt herausgenommen wird. Die Färberei mit diesem Product soll gute Resultate liefern und bietet den besonderen Vortheil, daß dieselbe Farbflotte, vorausgesetzt, daß sie immer von Neuem angesäuert wird, für spätere Färbungen verwendet, somit gänzlich ausgenutzt werden kann.

Kl.

Ein neuer Farbstoff von Julius Roth.

Der Bericht, welchen Th. Schneider über die im verflossenen Jahr von dem Musterbild unserer technischen Vereine, der Société industrielle de Mulhouse, zur Feier seines 50 jährigen Bestehens veranstaltete Industrieausstellung erstattet hat, erwähnt u.a. einen neuen, von J. Roth hier zum ersten Mal vorgeführten Farbstoff. Der Aussteller, längst bekannt durch das Phenylbraun, welches er durch Einwirkung von Salpetersäure auf Phenolsäure erhalten hat (vgl. 1865 175 304), und das Wolle und Seide ohne Beize von Granatroth bis herunter zu Rehbraun färbt, gibt seinem neuen Product den Namen Grisophenylamid. Dasselbe entsteht durch längere Einwirkung von festem kohlensaurem Ammoniak auf wasserfreie Phenylsäure in einem geschlossenen, erhitzten Gefäß. Mit dem hierbei entstehenden Farbstoff lassen sich auf Wolle und Seide sehr schöne graue Nüancen färben, welche sowohl gegen Seife als gegen Säuren und gegen das Sonnenlicht sich als echt erweisen.

Kl.

Savary's Mordant.

Derselbe ist nach dem Textile Manufacturer, August 1877 S. 257 ein Gemenge von Alaun, Weinstein, Indigocarmin und rothem chromsaurem Kali in Form eines Teiges. Die Zusammensetzung des Gemenges ist eine verschiedene, je nachdem es für das Schwarz- oder Grün- oder Braunfärben der Wolle benutzt werden soll. Es liefert ein Blauschwarz mit Blauholz, Grün mit Füstelholz und Rothbraun mit Sandel- oder mit Calliaturholz.

Kl.