Text-Bild-Ansicht Band 226

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mittels des Hebels S gegen die Achse der Scheibe U erreicht wird. An beiden Enden des Schlittens sind deshalb Schnüre s befestigt, über Rollen geleitet und mit dem Hebel S verbunden.

Die Figuren 14 und 15 stellen den Fräsapparat in 1/5 n. Gr. in Seitenansicht und Querschnitt dar. Derselbe besteht aus einem Stahlcylinder a, welcher mit der Rolle p ein Stück bildet und zwischen conischen Zapfen rotirt. Letztere besitzen längs ihrer Achse einen Canal c, durch den sie von den beiden Oelbüchsen aus fortwährend geschmiert werden. Der Cylinder ist mit 6 diametralen, gleichmäßig vertheilten Löchern durchbohrt, in welche je ein Diamant eingesetzt ist; letztere sind im Handel unter der Bezeichnung „Bor“ bekannt und kosten 28 M. das Karat.1) Sie sind im Allgemeinen sphärisch und besitzen einen Durchmesser von 3 bis 8mm. Jeder Diamant ist zwischen zwei Stahlringen sorgfältig gefaßt, und sein Abstand von der Cylinderachse läßt sich auf das genaueste reguliren. Für die beiden äußersten Diamanten weicht dieser Abstand um etwa 2mm ab; dieser Unterschied wird auf sämmtliche Diamanten gleichmäßig vertheilt, so daß jeder folgende gegen den vorhergehenden um 0mm,33 vorspringt. Ist die Arbeit im Gang, so greift der der Drehbankspindel nächste Diamant – bei der Bewegung des Schlittens von dem Umfang gegen das Läuferauge hin – den Stein zuerst an. Ist der Schlitten, dessen Querverschiebung 5mm in der Secunde beträgt, um 20mm vorgerückt, so beginnt der zweite Diamant seinen Angriff, indem er die von dem vorhergehenden bearbeitete Fläche um 0mm,33 vertieft; dann kommt der dritte Diamant an die Reihe u.s.w. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis die Fläche nach Wunsch abgefräst ist, wozu etwas mehr als 6 Stunden erforderlich sind. Ein solcher Diamant splittert nicht, nutzt sich aber ab. Zeigt sich am Angriffspunkt desselben eine Abflachung, so gibt man ihm in seiner Fassung eine neue Lage. Schließlich hat er immer noch einen Verkaufswerth von 6 bis 7 M.

Die Verbreitung des Staubes von der Angriffsstelle aus ist dadurch unmöglich gemacht, daß der Fräscylinder von einem rechteckigen Gehäuse e (Fig. 14) bedeckt ist, welches durch das Rohr u mit dem Ventilator V (Fig. 11) in Verbindung steht. Durch die saugende Wirkung des letztern wird zwischen der Mühlsteinfläche und dem Gehäuse ein Luftstrom erzeugt, welcher allen Staub beim Entstehen mit sich reißt, und mit durch den Ventilator in einen Wasserbehälter X getrieben,

1)

Die Borkrystalle gehören dem quadratischen System an, sind von brauner oder gelber Farbe und kommen in Glanz und Härte dem Diamant gleich; ihr specifisches Gewicht ist 2,68.