Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

schwach in größern Zwischenräumen eingeritzt. Ihre Breite (die Lauffläche) ist nur gering, wie aus Fig. 14 hervorgeht, und beträgt bei obiger Maschine 13/16 Zoll (20mm,6). Die hintern Streckwalzen sind Druckwalzen und stets aus Holz – am geeignetsten aus hartem, festen Holz, z.B. Ahorn – hergestellt; sie sitzen zu je zwei auf einer an den Enden in Ständern geführten Achse, die in der Mitte durch ein Gewicht G₂, den Winkelhebel h₂ und ein in demselben eingeschraubtes Halblager belastet ist. Die Breite der Druckwalzen ist stets noch geringer als die der vordern Walzen und beträgt etwa 4/8 bis 5/8 Zoll (12 bis 15mm).

Die oben erwähnten, über der Stange b aufgehängten, mit seitlich aufgebogenen Rändern versehenen Leitbleche c sind aus Weißblech und haben zwei kleine, auf der Rückseite angelöthete Lappen, welche über den obern Rand der Druckwalze fassen und so ein Verschieben der Vieche unmöglich machen. Hierdurch wird die sichere Einführung der Vorgarnfäden zwischen die Laufflächen der Walzen erreicht, wenn nicht eine schlechte Beschaffenheit der Bleche, z.B. nicht genügend hohe Seitenränder, oder unrichtig angelöthete Lappen, ein Verlaufen derselben veranlaßt, so daß nur ein Theil der neben einander liegenden Fäden von den Walzen erfaßt und gestreckt wird, ein anderer neben her läuft, sich unterhalb der Streckwalzen mit den gestreckten Fasern wieder vereinigt und dadurch Veranlassung zur Bildung fehlerhaften, unegalen Feingarnes wird.

Von ebenso großer Bedeutung für den guten Verlauf des Streckprocesses ist die oberhalb der Leitbleche angeordnete Fadenplatte g. Denkt man sich nämlich beide Führungen, also Platte g und Leitblech c, weg und nimmt an, der Faden würde genau zwischen die Laufflächen der Streckwalzen treten, so dreht sich derselbe bei der Streckung auf der ganzen Entfernung zwischen Einzieh- und Streckwalzen auf, wodurch die Reibung der Fasern an einander, also ihr Zusammenhang, fast gänzlich aufgehoben wird. Der Faden zieht sich dann entweder aus einander, er reißt durch, oder die von den Streckwalzen erfaßten und vorwärtsbewegten Fasern verschieben andere, vollständig frei neben ihnen liegende, und veranlassen so die Bildung eines knotigen Feingarnes. Die erwähnte Fadenplatte g verhindert aber das vollständige Aufdrehen des Vorgarnes zwischen den Walzen, und indem sie um ihre Mitte a (Fig. 13) gedreht und so gestellt werden kann, daß das Vorgarn sich entweder an die obere Hälfte, in der Mitte oder an die untere Hälfte derselben anlegt, kann das Aufdrehen selbst stets in der Weise regulirt werden, daß der Zusammenhang der Fasern an einander