Text-Bild-Ansicht Band 226

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genügend erhalten bleibt, wie es zum guten Gelingen des Streckprocesses nothwendig ist. Die Stellung der Platte g richtet sich nach der Dicke und der Drehung des Vorgarnes, sowie nach der Länge der Fasern in demselben, und muß in jedem besondern Falle durch Probiren ermittelt werden. Da aber bei veränderter Stellung der Fadenplatten auch die Leitbleche c anders, entweder weiter vor oder zurück, gestellt werden müssen, damit das Einlaufen der Fäden zwischen die Streckwalzen stets richtig erfolgt, ist die Stange b, an welcher sie sämmtlich aufgehängt werden, durch Schrauben an den Enden verstellbar. Bei älteren Maschinen wird die Stellung der Platten und Leitblechstangen von Zwischenlager zu Zwischenlager bewirkt, was eine sehr zeitraubende und daher oft unterlassene Arbeit ist, während bei den neueren Maschinen die Einstellung nur an den Enden vorgenommen zu werden braucht.

Die von den Streckwalzen gelieferten, genügend fein ausgezogenen Fäden werden durch die Augen des Fadenführers l₂ nach den auf den Spindeln S aufgeschraubten Flügeln f und durch Oesen am Ende derselben nach den Spulen e geleitet, wo sie sich, wie erwähnt, aufwickeln. Der Fadenführer besteht aus dünnen, in Gelenken drehbaren Blechplatten, die beim Wechseln der Spulen zurückgeschlagen werden. Die Augen des Fadenführers stehen genau in der Mittellinie der zugehörenden Spindel und sind nicht geschlossen, sondern communiciren mit je einem schmalen, schräg nach der äußern Kante des Fadenführers gehenden Ausschnitt, durch welchen der Faden von vorn in das Auge eingelegt wird.

Die Anordnung der Streckcylinder und des Fadenführers l₂ ist von großem Einfluß auf das gute Gelingen des Spinnprocesses. Die Verbindungslinie des Berührungspunktes beider Streckwalzen im Querschnitt Fig. 13 mit dem Auge und der linken Oese des in äußerster Stellung befindlichen Flügels muß nämlich gebrochen und im obern Theile nach rückwärts geneigt sein, so daß der nach dieser Linie durchgehende Faden sich auch bei dieser Stellung des Flügels noch sanft an die Rückseite des Auges anlegt und nicht etwa bei der Rotation mit dem Schlitze desselben in Berührung kommt, wodurch ein Abreißen desselben eintreten würde. Anderseits darf aber die, wie erwähnt, gezogene Linie nicht zu weit in den innern Raum des Flügels treten, weil sich sonst bei höchster Stellung der Spulen der Faden zu stramm an den Köpfen derselben reiben und dadurch entweder ebenfalls reißen, oder ein rauhes Ansehen erhalten würde. Nach eingetretener Abnutzung und in Folge dessen vorgenommenen Abdrehens der Streckcylinder muß stets ein neues Einstellen dieser Theile vorgenommen werden, immer