Text-Bild-Ansicht Band 226

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so daß also eine Zwirnstuhlseite, bei 2 facher Zwirnung, etwa das Garn von drei Spinnseiten zu verarbeiten vermag.

d) Verarbeitung der Abfälle. (Dieser Abschnitt ist bereits abgedruckt in Bd. 222 S. 573 bis 583.)

e) Das Weifen, Numeriren und Packen. Diejenigen gezwirnten und ungezwirnten Garne, welche zum Verkauf an fremde Webereien gelangen, werden zum größten Theil von den Spulen in Stränge, Strähne (hanks) mittels Weifen, Haspeln (reels) abgeweift, abgehaspelt und dann verpackt. In neuerer Zeit haben einige Spinnereien begonnen, ihre Schuß- (weft-) Garne zu Verkaufszwecken direct von den Feinspinnspulen in Kops, Kötzer (cops) – die sich unmittelbar in die Webeschütze einlegen lassen – aufzuwinden, mittels Kopmaschinen oder Kötzerspulmaschinen (cop winding machines), durch welches Verfahren wesentlich an Arbeit und Abfall gespart wird, und liegt es im Interesse der Webereien das in dieser Form gebotene Garn zu bevorzugen.

Die Haspel oder Weifen sind zweiseitig und jede Seite hat ein etwas schräg stehendes, etwa 4 Fuß (1m,219) über dem Boden angeordnetes, der Länge nach verschiebbares Bret mit 20 Stück eingeschraubten Drahtstiften, auf welche die abzuhaspelnden Spulen gesteckt werden. Jeder Garnfaden wird durch eine auf dem Bret befestigte Fadenführeröse nach der etwas tiefer in dem Gestelle horizontal gelagerten Weiftrommel geleitet und an derselben zunächst lose befestigt. Die Weiftrommel, meist aus sechs bis acht parallel der Achse an zwei oder drei Stellen mittels dünnen Armen befestigten Latten bestehend, wird entweder mit der Hand oder durch Kraftbetrieb, der bei den schweren Jutegarnen vorzuziehen ist, in Umdrehung versetzt, wodurch sich die 20 an derselben befestigten Fäden auf ihrem Umfange aufwickeln. Damit sich nach mehreren Umgängen die Fäden jeder Spule nicht zu dick über einander, sondern in einer gewissen Breite neben einander legen, ist das Spulenbret mit den Fadenführern entweder mit der Hand oder selbstthätig etwas verschiebbar. Die Umdrehungen des Haspels werden durch einen von der Achse desselben mittels Schnecke oder kleinen Getriebes in Bewegung gesetzten Zählapparat gezählt, welcher eine bestimmte Anzahl derselben durch ein Klingelzeichen markirt, worauf man den Haspel still hält und die bis dahin aufgewundenen 20 Fadenabtheilungen (Gebinde) mittels je eines gezwirnten Fadens (Fitzfaden) unterbindet, dann den Haspel wieder in Umdrehung versetzt und beim erneuten Ertönen der Glocke die Unterbindung der zweiten Fadenzahl jeder