Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

weniger Drehungen genügen, um einen bestimmten Zusammenhang der Fasern zu erzielen, um so kleiner wird also der Coefficient α. Da anderseits innerhalb der Elasticitätsgrenze eine schärfere Drehung einen festern, drallern Faden erzeugt – wie er als Kettengarn (warp) erwünscht ist – durch eine losere Drehung ein weicherer, etwas dicker aussehender, aber auch weniger fester Faden gebildet wird, der als Schußgarn (weft) verwendet wird, weil er der Waare mehr Dichtigkeit gibt, sie mehr füllt, so wird die Drehung eines Garnes derselben Art und Nummer doch verschieden sein, je nachdem es als Kette oder Schuß Verwendung findet. Zwischen beiden liegt noch eine Garnsorte mit mittlerer Drehung, Halb-Ketten- oder Halb-Warp-Garn genannt, die sowohl als Kette wie als Schuß Verwendung findet.

Die üblichen Drehungen der verschiedenen Garne für den laufenden Zoll liegen etwa zwischen folgenden Grenzen:

Schußgarne D = 1 3/8 bis 1 5/8 √Ne
Halb-Kettengarne D = 1 3/4 bis 2 1/8 √Ne
Kettengarne D = 2 1/4 bis 2 7/8 √Ne

Die Drehungen der Zwirngarne lassen sich, wie folgt, feststellen: Bezeichnet Ne die englische Nummer des einfachen Garnes, n die Anzahl der Garnfäden im Zwirn, so ist die Drehung D = 1 3/4 bis 2 3/8 √(Ne/n).

In der Tabelle auf S. 631 sind die Drehungen der Feingarne innerhalb obiger Grenzen ausgerechnet, und kann man dieselbe auch für Zwirngarne sofort benutzen, wenn man für Ne setzt Ne/n und die Drehung, welcher dieser Nummer entspricht, aufsucht.

Beispiel. Die Drehung eines Halb-Warp-Garnes Nr. 2 ist, für α = 1 3/4, D = 2,474. Die demselben Coefficienten entsprechende Drehung eines Zwirnes von Ne = 4 zweifach, oder Ne = 8 vierfach ist, da sich Ne/n = 4/2 = 8/4 = 2 ergibt, ebenfalls D = 2,474 zu nehmen.

Das Vorgarn dreht man im Allgemeinen so stark wie irgend zulässig, daß eben noch das Strecken auf der Feinspinnmaschine möglich ist, weil der stärker gedrehte Faden die Feuchtigkeit länger zurückhält als der losere, ein feuchtes Vorgarn sich besser verspinnen läßt und auch ein glatteres Feingarn gibt. Wenn Ne die Vorgarnnummer ist, so liegen die Drehungen etwa innerhalb der Grenzen, D = 0,75 bis 1,5√Ne und hat man bei kürzerm, loserm Materiale die stärkere Drehung zu geben. Die folgende Tabelle enthält die Gewichte und die innerhalb der angegebenen Grenzen liegenden Drehungen des Vorgarnes für den laufenden Zoll.