Text-Bild-Ansicht Band 226

Bild:
<< vorherige Seite

Rohmaterial – gleichgiltig von welcher Farbe – mit gutem Glanz und ohne grobe Wurzelenden, das möglichst wenig Basttheilchen überhaupt enthält, eignet sich am besten zur Herstellung von Verbandjute. Man läßt das Rohmaterial trocken, ohne jede Vorbereitung – wenn es nicht nothwendig ist die Enden abzuschnippen – zunächst über eine gut gereinigte Vorkarde gehen, setzt deren Bänder nochmals derselben Maschine vor und vereinigt die zum zweiten Male gebildeten Bänder zu Wickeln auf der Wickelmaschine, welche dann einer ebenfalls gut gereinigten Feinkarde zur Bearbeitung übergeben werden. Von der Feinkarde wird das Material nicht in Bandform, sondern in losem Zustande abgenommen, wodurch man ein lockeres, gleichmäßiges Vließ erhält, das mittels Pressen in Ballen von etwa 25 bis 100k verpackt als fertiges Verbandmaterial in den Handel kommt. Sollen die Fasern in dem Verbandmateriale etwas länger bleiben, was manchmal gewünscht wird, so wählt man das beste und weichste Rohmaterial, läßt dasselbe nur einmal über die Vorkarde und dann über die Feinkarde gehen.

(Vgl. Berichtigungen S. 648 dieses Bandes.)

Formel für die Berechnung des verbrannten Schwefels aus dem Sauerstoffgehalt der Bleikammer-Austrittsgase; von Prof. Dr. G. Lunge.

An Stelle der in diesem Bande S. 167 ff. gegebenen Berechnungsweise kann folgende viel einfachere und genauere treten, wobei man weder auf die Gesammtmenge der austretenden Gase, noch auf das Gewicht des aufgegebenen Pyrites Rücksicht zu nehmen braucht und direct aus dem Sauerstoffgehalt der Austrittsgase auf die Menge des verbrannten Schwefels in Gramm für 1l der Austrittsgase schließt.

Die letzteren bestehen nach Absorption der Schwefel- und Stickstoff-Verbindungen aus einer gewissen Menge Stickstoff, entsprechend dem an Schwefel gebundenen Sauerstoff, und überschüssiger Luft. Letztere berechnet sich aus dem gesunderen Sauerstoffgehalte a ganz einfach = a/20,95, also ist der dem verbrannten Schwefel entsprechende Stickstoff = 1 – a/20,95. Der diesem wiederum entsprechende Sauerstoffgehalt muß durch Multiplication mit 30,95 und Division mit 79,05 gefunden werden, woraus sich der ungemein einfache Ausdruck (20,95 – a)/79,05 für den mit dem verbrannten Schwefel verbundenen Sauerstoff ergibt, ausgedrückt in Maßeinheiten des Austrittsgases. Da 1l Sauerstoffgas bei 0° und 760mm Druck 18,4298 wiegt, so wird obiger Volumausdruck in den Gewichtsausdruck (20,95 – a) 1,4298/79,05 =