Text-Bild-Ansicht Band 228

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beeinträchtigt die Durchführung des Processes. In dem Rohvitriol ist das Unlösliche mechanisch beigemengt. Durch Auflösung in Siedepfannen scheidet sich aber der sogen. Silberschlamm ab.

Die Auflösung des Kupfers geschieht in den mit Blei ausgeschlagenen Gefäſsen A (Fig. 4 Taf. 4) von 1m,62 Höhe, 885mm oberem und 720mm unterem Durchmesser. Seitlich von der unteren Abfluſsöffnung ist durch zwei eingelegte Hölzer ein Kanal für die zutretende Luft gebildet. Das Gefäſs ist zunächst gefüllt mit einigen gröſseren Kupferstücken, sodann mit Kupfergranalien. Zur Lösung dient rohe Säure von 50° B., verdünnt durch Mutterlaugen aus den Rohvitriolgerinnen und aus den Krystallisationskästen auf 29 bis 30° B. Diese Mischung erfolgt in mehreren Bleigefäſsen A', welche in dem Stockwerk oberhalb der Lösefässer A aufgestellt und mit einer Dampfschlange versehen sind, durch welche die Lösemischung auf 87,5° erwärmt wird. Die Granalien werden durch einen Heber, der unten einen Abschluſshahn hat, mit der heiſsen Lauge periodisch von ¾ bis 1 Stunde bebraust, wodurch das gebildete Kupfersulfat nebst dem Unlöslichen in die Vitriolgerinne gespült wird.

Sechs Lösegefäſse a (Fig. 5 und 6 Taf. 4), zu einem Systeme vereinigt, geben die Rohlauge in das gemeinsame Gerinne b (876mm breit und 105m,88 lang, sonach mit 92qm,751 Grundriſs), an dessen Ende ein Sammelkasten c liegt, aus dem ein Injector die Laugen zur neuen Verwendung nach A' hebt. Der angeschossene Rohvitriol wird auf die Pritschen d ausgehoben und mit Wasser gedeckt.

Wenn die aus den Gefäſsen A abflieſsende Lauge anfängt klar zu werden, stellt man die Bebrausung ein und füllt nach Bedarf Granalien nach, so daſs der Betrieb der Lösegefäſse ununterbrochen ist.

Der Rohvitriol in der Nähe der Lösegefäſse ist am reichsten an Silberschlamm, während sich demselben weiterhin mehr Gyps und arsensaure und antimonsaure Bleisalze beimengen. Man gattirt die verschiedenen Sorten Rohvitriol entsprechend für die Lösung in den Siedepfannen, von welchen zwei zu jedem System gehören. Diese Pfannen bestehen aus starkem Bleiblech, das auf Guſsplatten ruht, unter denen das Feuer entlang geht (Fig. 7 und 8 Taf. 4). Die Länge der Pfannen ist 3m,505, die Breite 3m,213, die Tiefe 0m,584. Sie haben am Boden Verbindung mit dem Gefäſse a, welches in verschiedener Höhe zwei Abfluſsrohre b und c besitzt, eines für klare Lauge, das andere für Silberschlamm.

Zur Wiederauflösung dient ein Theil, etwa die Hälfte, der Mutterlauge der Krystallisationskästen. Diese Laugen sind auf 14 bis 15° B. verdünnt. Die Siedepfannen, 40cm hoch mit denselben angefüllt, werden auf 94° erhitzt, hierauf der Rohvitriol eingetragen und unter Rühren bei unterbrochenem Feuer gelöst. Die heiſse Lösung zeigt 26° B. und gibt, wenn stärker, ein unansehnliches Product von