Text-Bild-Ansicht Band 228

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in starre und fest liegende Contacte eingelegt sind, so daſs man die Lampe in allen Lagen brauchen kann, und bei welcher der Strom selbstthätig von einer Kohle zur andern geht durch die Wirkung eines in den Stromkreis eingeschalteten Elektromagnetes. (Nach der Revue industrielle, 1877 S. 201.)

E-e.

Die mehrfachen Telegraphen von Granfeld, Gräbner und Koch; von Dr. Eduard Zetzsche.

Mit Abbildungen.

In der absatzweisen vielfachen Telegraphie, welche auf demselben Drahte von mehreren Telegrammen in regelmäſsiger Abwechslung immer nur ein zeitlich begrenztes Stück befördert, sind Typendrucktelegraphen zuerst von Moses G. Farmer verwendet worden, allerdings nicht um das Telegramm in Typendruck entstehen zu lassen, sondern um die Linie abwechselnd für mehrere Morse verfügbar zu machen. Farmer setzte nämlich in einem im Juni 1855 in Providence vor der American Association for the Advancement of Science (vgl. Proceedings, 9. Meeting, Cambridge 1856, S. 125) gehaltenen Vortrage aus einander, wie (nach einem Patente Farmer's vom 29. März 1853) die Typenräder von 2 House'schen Typendruckern benutzt werden könnten, um mittels je einer an ihnen befestigten, über einem Vertheiler umlaufenden Schleiffeder 28 Morse-Telegraphen abwechselnd an die Linie zu legen. Zugleich wird eines von Farmer am 22. Juni 1852 auf einer Linie der Feuerwehrtelegraphen in Boston angestellten Versuches mit 4 Morse gedacht (vgl. auch Telegrapher 1875 Bd. 11 S. 290. 1876 Bd. 12 S. 25).

In seinem Patente vom 20. Mai 1856 zeigt Hughes1), daſs durch Anwendung doppelter Schlieſsungsräder und in rascher Folge abwechselnder Benutzung beider die Füglichkeit geboten werde, mit demselben Telegraph gleichzeitig ein Telegramm zu empfangen und ein anderes abzusenden.

Daſs der Telegraphist Mimault seinen 1874 patentirten, 5 Leitungsdrähte erfordernden und an Highton's am 25. Januar 1848 in England patentirten Telegraph2) erinnernden, elektrochemischen Telegraph 1876 mit blos einem Leitungsdrahte für Hughes-Typendrucker verwendbar und zur absatzweisen Beförderung mehrerer Telegramme geschickt gemacht hat, wurde in D. p. J. 1876 226 499 erwähnt.3)

Ebenda wurde des am 17. Juni 1874 patentirten, ebenfalls dem Highton'schen verwandten Typendruckers des französischen Telegraphen-Verwaltungsbeamten Baudot gedacht, welcher bei seiner 1875 patentirten Weiterentwicklung zugleich in einen fünffachen umgewandelt wurde.

Bauer's Illimit-Telegraph (*1874 213 17) kann als Arbeitsapparat ebensowohl Typendrucker wie Morse brauchen. In dem fertigen Telegraph, welchen ich 1876 in Wien sah, wurde beim jedesmaligen Anlegen der Linie nur ein kurzer Strom durch ein polarisirtes Relais gesendet; bei Ankunft des ersten zu einem Elementarzeichen erforderlichen Stromes schaltete der Empfänger das Relais um, so daſs der später eintreffende, nächste Linienstrom das angefangene Morse-Zeichen beenden muſste.

Meyer's vierfacher Telegraph (1875 215 310) liefert Morseschrift, bei welcher jeder Buchstabe eine Zeile für sich bildet; alle vier Arbeitsapparate nehmen an der synchronen Bewegung theil.

1)

Vgl. Shqffner: Telegraph Manual (New-York 1859), S. 723. Report of the Commissioner of Patents for 1856, Bd. 2 S. 15.

2)

Vgl. Zetzsche: Handbuch der Telegraphie (Berlin 1877), 1. Bd. S. 317.

3)

Vgl. auch Annales télégraphiques, 1877 Bd. 4 S. 31.