Text-Bild-Ansicht Band 228

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Folgendes über die Extraction der Kupfererze im Anschlüsse an die früheren Berichte von Lunge (1871* 204 288. 1874 214 467) mit.

Von den Erzsortimenten, welche der Rammelsberger Bergbau abliefert, werden nur die sogen, ordinären Kupfererze auf nassem Wege in Oker verhüttet und haben dieselben folgende Zusammensetzung:

Kupfer 7,90
Blei 2,17
Silber 0,01
Eisen 34,93
Zink 3,71
Mangan 1,08
Kobalt
Nickel
0,08
Arsen
Antimon
0,08
Kieselsäure 1,70
Thonerde 2,61
Kohlensaurer Kalk 2,32
Kohlensaures Manganoxydul 0,74
Schwerspath 0,63
Schwefel 41,08
–––––
99,04.

Dies entspricht mineralogisch folgender Zusammensetzung:

Schwefelkies 60 Proc.
Kupferkies 23
Blende 6
Bleiglanz 2
Gangart 9

Maſsgebend ist neben der Kupfergewinnung ein möglichst hohes Ausbringen an Schwefel aus diesen Erzen. Ihre Abröstung erfolgt in den Säurefabriken der Hütte, und es gehen die Abbrände demnächst in die Extractionsanstalt mit 6 bis 9 Proc. Kupfer und 5 bis 8 Proc. Schwefel. Eine monatliche Betriebsprobe des Abbrandes zeigte folgende Zusammensetzung:

Kupfer, hauptsächlich als Oxyd vorhanden 7,83 Proc.
Eisen, desgleichen 40,53
Blei, als Bleioxyd 2,09
Silber 0,008
Zink, als Zinkoxyd 1,95
Mangan, als Oxyduloxyd 0,40
Schwefel 3,80
Schwefelsäure, entsprechend 3,8 Schwefel 9,51
Thonerde 4,43
Sonstige Gangarten 11,65.

Es ist anzunehmen, daſs der Schwefel hauptsächlich unzersetzt gebliebenen Schwefeleisen-Verbindungen angehört, während die Schwefelsäure vorwiegend an Kalk, sowie Kupferoxyd und Zinkoxyd gebunden sein dürfte. Den Eisengehalt dieser Abbrände auf Eisenoxyd bezieh. Schwefelkies, das Kupfer auf Kupferoxyd berechnet, so ergibt sich folgende der Wirklichkeit wohl nahe kommende Zusammensetzung: