Text-Bild-Ansicht Band 228

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geröstete Erz wird nach den vertieften Lagerplätzen d' abgestürzt und der Laugerei übergeben. Es sind n die mit Blei ausgeschlagenen Laugkästen, unten mit (falschem) Siebboden versehen, der mit Stroh belegt wird; ferner o die ebenso ausgeschlagenen Fällkästen, in welche die Kupferlaugen aus n abflieſsen und über welchen hin Dampfleitungen gelegt sind, aus denen die Dampfröhren zur Erwärmung der Laugen abzweigen. In den Fällkästen befindet sich ein Haarfilter, welches das Kupfer zurückhält, und die Endlaugen flieſsen in die Kästen p, von wo aus sie nach Bedarf durch den Injector p' gehoben und von Neuem zur Laugung verwendet werden.

Der Fuſsboden des Laugerei- und des Fällgebäudes ist asphaltirt und etwa ausrinnende Laugen flieſsen von selbst nach den Kästen p ab, welche ebenfalls mit Blei ausgekleidet, auch noch mit metallischem Eisen beschickt sind. Die zum Nachlaugen dienende verdünnte Säure wird in den Gefäſsen q erwärmt.

Fig. 6 bis 9 Taf. 12 zeigen einen Ofen für chlorirende Röstung besonders dargestellt. Dieser Ofen ist für Gasfeuerung eingerichtet; bei einem Besuche des Referenten in Oker wurde aber auch mit directer Feuerung sehr befriedigend gearbeitet. Die Gasgeneratoren e (Fig. 1 und 2) entsenden das Gas durch die Kanäle f unter die aus Chamotteplatten hergestellten Ofensohlen in 5 Kanäle g, in denen es bei Luftzutritt durch die Schlitze h verbrennt. Die Flamme geht sodann über den Herd, nimmt hier noch die Röstgase auf und entweicht in der Decke und durch den Fuchs i; die Gase gehen in die Kokesthürme k (Fig. 1 und 2), in welchen mittels Wassers die salzsauren Gase niedergeschlagen werden. Die verdünnte Salzsäure wird zum Laugen verwendet, die Röstgase werden durch die Dampfkesselesse k' abgesaugt. Die Röstöfen haben vier Ladetrichter m und ebenso viele Arbeitsthüren l.

Betreffs der speciellen Ausführung des Extractionsprocesses bemerkt Verfasser folgendes. Die beim Rösten wirksamen Bestandtheile des Kalisalzes sind die Chlorverbindungen des Magnesiums, Kaliums, Calciums, sowie das Wasser. Das Gemisch wird in Posten von je 2500k Erz geladen und in 4 Stunden bis zu schwacher Rothglut erhitzt. Nachdem dies erreicht, wird die Feuerung unterbrochen und die Charge ohne Unterbrechung gekrählt. Die Temperatur steigt dabei zufolge der chemischen Vorgänge von selbst, sinkt aber später wieder. Während der Krählperiode, die etwa 5 Stunden dauert, sind die Luftschieber der Gasfeuerung geöffnet. Das Erz wird hierauf gezogen und der Ofen neuerdings beschickt. Man rechnet 2 Chargen in 24 Stunden auf den Ofen, also 5000k Erz.

Die chemischen Vorgänge bei dieser Röstung lassen sich etwa folgendermaſsen erklären. Unzersetzt vorhandener Schwefelkies wird