Text-Bild-Ansicht Band 228

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man dabei die Quelle des Erkrankens. Es ist bemerkenswerth, daſs dieser Vergiftungsfall sich nur wenige Meilen von der Stelle erreignete, wo vor mehr als 2000 Jahren die 10000 Griechen auf ihrem Rückzuge unter Xenophon bekanntlich das gleiche Unglück hatten. (Industrieblätter, 1878 S. 182.)

Ueber den Nachweis von Surrogaten im gemahlenen Kaffee.

Qualitativ läſst sich Roggen und Cichorien durch das Mikroskop nachweisen; um auch Anhaltspunkte für die quantitative Bestimmung dieser Zusätze zu gewinnen, hat C Krauch (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1878 S. 277) die wichtigsten Bestandtheile mehrerer Kaffeesorten, der Cichorie, des Roggens und Weizens bestimmt. Die Resultate sind in folgender Tabelle zusammengestellt, berechnet auf 100 Th. frischer Substanz.



Verschiedene Kaffesorten, gebrannt
Cichorie,
gebrannt
Cichorie,
ungebrannt
Roggen,
gebrannt
Weizen,
gebrannt
Kaffee mit 10 Proc.
Roggen, gebrannt
Kaffee mit 10 Proc.
Cichorie, gebrannt
I II III IV V
Wasser 1,55 4,37 1,53 1,47 1,57 4,30 6,89 0,28 2,15 2,30
Asche 4,43 4,33 4,78 6,29 4,13 10,37 4,99 2,24 2,75 4,22 4,90
Fett 14,55 11,25 13,63 13,33 14,83 1,10 0,41 1,67 1,80 13,80 12,27
In Wasser löslich. 24,821 62,60 73,29 31,84 52,65 25,39 29,93
In Wasser unlöslich 73,63 33,10 19,82 67,88 47,35 72,86 67,77
Zucker 0,2 22,40 22,20 0,19 2,25
Zucker nach Kochen
mit verdünnter SO3
24,21 21,19 75,16 28,97 22,62

Hiernach eignet sich der Gehalt an Fett, Zucker und an wasserlöslichen Stoffen zur quantitativen Bestimmung der Verfälschung.

Darstellung von Buttersäure.

Einer längeren Arbeit über Schizomyceten-Gährungen von A. Fitz (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1878 S. 42) entnehmen wir den Vorschlag, zur Herstellung der Buttersäure statt der bekannten Käsemethode Stärke mittels Bacillus subtilis in Gährung zu versetzen. Zur Gewinnung desselben wurden verschiedene Pflanzen gewaschen, mit Waschwässern Glyceringährflüssigkeiten hergestellt, 5 Minuten gekocht und die Kolben in den Thermostat gesetzt. Von Pflanzen wurden u.a. verwendet: Erbsen, Reis, Rüben, Schilfrohr, Zuckerrohr. In allen Fällen entwickelte sich nur der schmale Bacillus subtilis. Zur Bereitung der Gährflüssigkeit wurden 2l Wasser auf 40° erwärmt, 100g Kartoffelstärke, 0g,1 phosphorsaures Kali, 0g,02 schwefelsaure Magnesia, 1g Salmiak und 50g kohlensaurer Kalk zugefügt, schlieſslich etwas Ferment. Die Gährung verlief vortrefflich; 10 Tage nach der Aussaat war sie beendigt. Bei mikroskopischer Untersuchung mit Jod ergab sich, daſs die Stärke völlig verschwunden war; es waren nur noch zweifelhafte Reste von Cellulose-Skeletten übrig. Als Gährungsproducte wurden erhalten: 1g,0 Alkohol, 34g,7 Buttersäure, 5g,1 Essigsäure und 0g,33 Bernsteinsäure. Handelt es sich nach Fitz um Darstellungen im Groſsen, so kann man die Quantitäten der Nährsalze bedeutend herabsetzen, doch wohl nicht unter 1/5 der angegebenen Mengen. Was die Temperatur anlangt, so ist es wohl nicht unbedingt nöthig, die Temperatur von 40° einzuhalten; doch möchte es gerathen sein, wenigstens in der Zeit, die vergeht von der Aussaat bis zum Beginn der Gährung (es ist dies die Periode der raschen Vermehrung der Bacillen, man könnte sie auch die Incubationszeit nennen; sie dauert 12 bis 24 Stunden), die Temperatur womöglich nicht unter 35° sinken zu lassen. Es ist nämlich nach den Untersuchungen von Eidam die